Produktart-Guide · Bettzurichtungen & Einlegerahmen

Einlegerahmen & Bettzurichtungen – Ratgeber & Übersicht

Ein Einlegerahmen macht aus dem gewohnten Bett ein Pflegebett, ohne es zu ersetzen: Der motorisch verstellbare Rahmen wird in das vorhandene Bettgestell eingesetzt und bringt Höhen-, Rücken- und Beinverstellung dorthin, wo die Person seit Jahren schläft. Damit löst er ein Problem, das kein Pflegebett löst — die Ablehnung des fremden Möbels. Zuständig ist die Pflegekasse nach § 40 SGB XI, ausgelöst durch einen Antrag ab Pflegegrad 1. Die Versorgung entscheidet sich am Maßband: Passt der Rahmen nicht in das Gestell, gibt es keine halbe Lösung.

Produktgruppe: PG 50 · Pflegebetten & Pflegehilfsmittel Lesezeit: ca. 9 Minuten Stand: August 2026 Zielgruppe: Fachpersonal & Patient:innen
Kurzantwort

Bettzurichtungen zur Pflegeerleichterung (50.45.03) sind motorisch verstellbare Einlegerahmen, die in ein vorhandenes Bettgestell eingesetzt werden. Sie bringen Höhen-, Rücken- und Oberschenkelverstellung in das gewohnte Bett, statt es durch ein Pflegebett zu ersetzen — fachlich der bessere Weg, wenn ein Umgebungswechsel selbst zum Risiko wird, etwa bei Demenz. Zuständig ist die Pflegekasse: Ab Pflegegrad 1 besteht Anspruch, wenn die Zurichtung die Pflege erleichtert, die Beschwerden lindert oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglicht (§ 40 SGB XI). Auslöser ist ein Antrag, der formlos gestellt werden kann. Entscheidend für die Machbarkeit sind drei Werte: Innenmaß des Bettgestells, Tragfähigkeit des Gestells und die Einbauhöhe samt Matratze. Der Eigenanteil beträgt 10 % der Kosten, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel, auch bei leihweiser Überlassung; unter 18 Jahren entfällt er.

Quelle: Pflegehilfsmittelverzeichnis PG 50
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Typen von Einlegerahmen & Bettzurichtungen im Überblick

Einlegerahmen & Bettzurichtungen werden nach ihrer Wirkungsweise unterschieden. Entscheidend für die Auswahl sind Indikation, Heilungsphase und das gewünschte Aktivitätsniveau.

TypWirkungTypische IndikationHMV-Untergruppe
Einlegerahmen, motorisch verstellbar
Selbsttragender Rahmen mit mehrfach geteilter Liegefläche und elektrischer Rücken-, Oberschenkel- und in der Regel Höhenverstellung, bedient über Handschalter. Er wird auf oder in das vorhandene Bettgestell gesetzt und trägt die Last über eigene Füße oder Auflagepunkte — nicht über den alten Lattenrost. Übliche Liegeflächen entsprechen den Standardmaßen 90 × 200 cm, andere Breiten sind modellabhängig.
Bringt Arbeitshöhe und Lagerungsmöglichkeiten in das gewohnte Bett. Die Pflege findet im aufrechten Stand statt, Positionswechsel gelingen über den Handschalter statt über Umlagern. Der entscheidende Zusatznutzen liegt außerhalb der Technik: Zimmer, Bettgestell und Schlafplatz bleiben unverändert.Pflegebedarf ab Pflegegrad 1 mit eingeschränkter Beweglichkeit im Bett, wenn ein vollständiges Pflegebett nicht sinnvoll oder nicht durchsetzbar ist: vertraute Umgebung soll erhalten bleiben, das Bettgestell ist ein Ehe- oder Erbstück, oder im Zimmer ist kein Platz für ein zweites Bett.50.45.03.0
Einlegerahmen mit Sitz- und Schwenkfunktion
Einlegerahmen, dessen Liegefläche zusätzlich in eine Sitzposition mit abgesenkten Unterschenkeln fährt; bei Modellen mit Schwenkfunktion dreht die Sitzeinheit zur Bettkante hin aus. Der Funktionsumfang verlangt mehr Bauhöhe und mehr freien Raum an der Ausschwenkseite als der einfache Rahmen.
Bringt die Person ohne Hebeleistung der Pflegeperson in den Sitz und positioniert sie in Richtung Aufstehen oder Transfer. Damit entlastet die Funktion genau die Bewegung, die in der häuslichen Pflege am häufigsten zu Rückenschäden führt — im gewohnten Bett, ohne Umzug in ein Pflegebett.Erhaltene Restkraft ohne Fähigkeit, sich selbst aufzurichten oder an die Bettkante zu kommen: Parkinson im Spätstadium, Zustand nach Schlaganfall, fortgeschrittene Herzinsuffizienz mit Bedarf an sitzender Position, Transfer in Rollstuhl oder Sessel mehrmals täglich.50.45.03.3
Einlegerahmen mit erhöhter Tragfähigkeit
Verstärkte Ausführung mit stabilerem Rahmen und leistungsstärkeren Antrieben, teils in größerer Liegeflächenbreite. Die vom Hersteller angegebene zulässige Gesamtbelastung umfasst Körpergewicht plus Matratze und Zubehör. Kritisch ist hier nicht nur der Rahmen: Die Last wird in das vorhandene Bettgestell eingeleitet, dessen Tragfähigkeit meist nirgends dokumentiert ist.
Trägt das Gewicht ohne Rahmenverwindung und hält die Verstellfunktionen unter Last betriebssicher. Eine größere Liegeflächenbreite verhindert Druckstellen an Hüfte, Beckenkamm und Oberarmen an der Begrenzung.Adipositas und bariatrische Pflegesituationen, in denen das gewohnte Bett erhalten bleiben soll. Vor der Zusage drei Werte klären: zulässige Gesamtbelastung des Rahmens, Belastbarkeit und Zustand des Bettgestells, Breite der benötigten Liegefläche. Bleibt die Tragfähigkeit des Gestells unklar, ist das Bett mit erhöhter Tragfähigkeit (50.45.01.3) der sichere Weg.50.45.03.4
Zubehör, Zuschläge und Instandhaltung
Anpassteile, Zuschläge für Sondermaße sowie Reparatur und Wartung führt das Pflegehilfsmittelverzeichnis nicht in 50.45.03, sondern in den übergreifenden Abrechnungspositionen 50.99.99 (.0 Zubehör, .2 Zuschläge und Zusätze, .3 Reparaturen, .4 Wartungen). Bettseitenteile, Bettaufrichter und Seitenpolster am Einlegerahmen sind dagegen echtes Pflegebettenzubehör und liegen in 50.45.02.
Hält die Versorgung über die Nutzungsdauer betriebssicher und erlaubt die Anpassung an Sondermaße, ohne den Rahmen zu tauschen. Für das Sanitätshaus ist die Kenntnis dieser Zuordnung praktisch entscheidend, weil ein falsch adressierter Posten den ganzen Vorgang aufhält.Sondermaße des Bettgestells, nachträglicher Zubehörbedarf, fällige Wartung oder Reparatur an einem Leihgerät. Bei Leihgeräten trägt die Pflegekasse Wartung und Instandsetzung; ein Eigenanteil fällt dafür nicht erneut an.50.99.99.0

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Aufbau und Wirkprinzip — Einlegerahmen & Bettzurichtungen

Einlegerahmen & Bettzurichtungen: Mehrere funktionale Elemente bestimmen zusammen Lagerung, Transfer und pflegerisches Arbeiten.

Drei Maße entscheiden über die Machbarkeit

Messen statt schätzen, und zwar vor dem Antrag: erstens das lichte Innenmaß des Bettgestells in Länge und Breite, gemessen zwischen den Innenkanten von Kopf-, Fuß- und Seitenteilen, nicht am Außenmaß des Bettes. Zweitens die Auflagesituation: Ruht der Rahmen auf umlaufenden Leisten, auf Querträgern oder steht er auf eigenen Füßen auf dem Boden innerhalb des Gestells? Drittens die verfügbare Bauhöhe bis zur Oberkante der Bettbegrenzung. Notieren Sie alle drei Werte samt Fotos des Gestells von innen. Ein Einlegerahmen, der zwei Zentimeter zu breit ist, lässt sich nicht anpassen — dann bleibt nur ein Pflegebett.

Einbauhöhe plus Matratze: die Liegefläche wandert nach oben

Der Rahmen baut auf, die Matratze kommt darauf. Damit steigt die Liegefläche gegenüber dem alten Lattenrost oft um mehrere Zentimeter — mit drei Folgen. Erstens verringert sich die verbleibende Höhe der Bettbegrenzung, was den Halt an der Seite reduziert und die klemmsichere Montage von Seitenteilen (50.45.02.4) erschweren oder unmöglich machen kann. Zweitens verändert sich die Sitzhöhe an der Bettkante und damit die Transfersituation: Bodenkontakt der Füße im Sitzen ist Bedingung für einen sicheren Transfer. Drittens braucht die Rückenverstellung Freiraum zum Kopfteil. Rechnen Sie Rahmenhöhe und Matratzenhöhe zusammen, bevor Sie eine Matratze aussuchen.

Tragfähigkeit endet nicht am Rahmen, sondern am alten Bettgestell

Der Hersteller gibt die zulässige Gesamtbelastung des Einlegerahmens an. Diese Last landet aber im vorhandenen Bettgestell, für das in der Regel keine Angabe existiert — ein Möbelstück ist nicht als Pflegehilfsmittel geprüft. Prüfen Sie deshalb den Zustand: Verbindungen fest, keine Risse oder ausgebrochenen Beschläge, keine Feuchteschäden, stabile Füße. Bei Verdacht auf Überlastung, bei sichtbaren Vorschäden oder in bariatrischen Situationen ist ein Rahmen mit erhöhter Tragfähigkeit im alten Gestell die falsche Antwort — dann trägt nur ein Bett mit erhöhter Tragfähigkeit (50.45.01.3). Diese Entscheidung fällen Sie vor der Lieferung, nicht beim Aufbau.

Warum der Einlegerahmen bei Demenz oft die bessere Lösung ist

Bei Demenz ist die Umgebung Teil der Orientierung. Ein fremdes Bett an einem veränderten Platz kann nächtliche Unruhe, Weglauftendenz und Ablehnung der Pflege verstärken — die Versorgung wird technisch besser und praktisch schlechter. Der Einlegerahmen umgeht das: Bettgestell, Kopfteil, Bettwäsche, Blickrichtung und Stellplatz bleiben unverändert, nur die Liegefläche kann jetzt verstellt werden. Das gilt ebenso bei ausgeprägter Ablehnung des Pflegebetts als sichtbarem Zeichen von Pflegebedürftigkeit. Dieses Argument gehört ausdrücklich in die Begründung des Antrags, sonst liest die Pflegekasse nur ein teureres Bauteil für dieselbe Funktion. Bei Sturzgefahr aus dem Bett ist dagegen das Niedrigpflegebett (50.45.01.5) im Vorteil, weil ein Einlegerahmen die Fallhöhe erhöht statt sie zu senken.

Aufstellung, Strom und Zugang von beiden Seiten

Auch der beste Rahmen nützt nichts, wenn das Bett an der Wand steht. Für Lagern zu zweit und für den Transfer zur günstigen Seite muss das Bett von beiden Längsseiten zugänglich bleiben; zusätzlich Abstand zum Kopfteil für die Rückenverstellung einplanen. Der Rahmen braucht eine dauerhaft erreichbare Steckdose, das Netzkabel darf nicht über den Laufweg führen und Mehrfachsteckdosen sind keine Dauerlösung. Bei Verwirrtheit oder unruhigem Nachtverhalten die Sperrfunktion des Handschalters nutzen. Vor der Übergabe klären, wo die Notabsenkung sitzt und wie sich der Rahmen bei Stromausfall verhält.

Ziel: Sichere Lagerung und rückenschonende Pflege

Die Betthöhe entscheidet über rückenschonendes Arbeiten. Als Richtwert liegt die Arbeitshöhe für Pflegende auf Höhe der Handgelenke bei aufrechtem Stand.

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Häufige Indikationen

Die folgenden Diagnosen führen in der Praxis am häufigsten zu einer Bewilligung. Die Auswahl des Bettentyps hängt von Schweregrad, Heilungsphase und Aktivitätsniveau ab.

  • Demenz mit Orientierungsbedarf an der gewohnten UmgebungDer stärkste Grund für einen Einlegerahmen statt eines Pflegebetts. Bettgestell, Stellplatz und Blickrichtung bleiben erhalten, die Verstellbarkeit kommt hinzu. Das Argument muss ausdrücklich im Antrag stehen, weil es die Mehrkosten gegenüber einem Standardbett trägt.
  • Ablehnung des Pflegebetts bei bestehendem PflegebedarfEin abgelehntes Pflegebett wird nicht benutzt und ist damit unwirtschaftlich. Der Einlegerahmen (50.45.03.0) liefert die Funktion ohne das sichtbare Krankenhausmöbel — häufig der einzige Weg, überhaupt eine rückenschonende Pflege zu etablieren.
  • Transferbedarf mehrmals täglich bei erhaltener RestkraftDie Sitz- und Schwenkfunktion (50.45.03.3) bringt die Person ohne Hebeleistung in den Sitz und in Richtung Bettkante. Voraussetzung sind ausreichender Freiraum an der Ausschwenkseite und Bodenkontakt der Füße im Sitzen.
  • Beengte Wohnsituation ohne Platz für ein zweites BettWo ein Pflegebett zusätzlich zum vorhandenen Bett nicht aufgestellt werden kann oder der Transportweg zu eng ist, bleibt der Einlegerahmen die einzige technisch mögliche Versorgung. Der Rahmen kommt in Teilen durch Türen, durch die kein Bett passt.
  • Adipositas bei erhaltenem, belastbarem BettgestellNur mit geprüfter Substanz: Der Rahmen mit erhöhter Tragfähigkeit (50.45.03.4) leitet seine Last in ein Möbelstück, für das keine Tragfähigkeitsangabe existiert. Bleiben Zweifel, ist das Bett mit erhöhter Tragfähigkeit (50.45.01.3) die sichere Wahl.
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Versorgungsweg — vom Antrag bis zur Einweisung

Der typische Weg vom festgestellten Pflegebedarf bis zur fertig angepassten Einlegerahmen & Bettzurichtungen dauert in Deutschland zwischen 3 und 14 Tagen.

  1. 1

    Bedarf erkennen, Bettgestell vermessen

    Festhalten, welche Handlung ohne Verstellbarkeit nicht mehr sicher gelingt: Aufsetzen, Umlagern, Körperpflege, Transfer an die Bettkante. Dazu die Begründung, warum das gewohnte Bett erhalten bleiben soll — Demenz, Ablehnung des Pflegebetts, fehlender Platz. In dieselbe Notiz gehören Pflegegrad, Körpergewicht, lichtes Innenmaß des Gestells in Länge und Breite, Auflagesituation, verfügbare Bauhöhe, Zustand der Verbindungen und Fotos des Gestells von innen. Eine ärztliche Empfehlung oder eine Stellungnahme des Pflegedienstes kann den Antrag stützen, ist aber keine Voraussetzung.

    Zeitaufwand: 20-40 Min.
  2. 2

    Antrag bei der Pflegekasse stellen

    Der Antrag geht an die Pflegekasse und kann formlos gestellt werden, auch telefonisch. Eine Pflegefachkraft oder das Sanitätshaus kann ihn vorbereiten. Entscheidend ist die Begründung nach § 40 SGB XI: Die Zurichtung erleichtert die Pflege, lindert die Beschwerden oder ermöglicht eine selbstständigere Lebensführung. Weil ein Einlegerahmen häufig mehr kostet als ein Standardbett, gehört der Grund für diese Bauform ausdrücklich hinein — sonst wird stattdessen ein Pflegebett bewilligt. Bei Bedarf kann die Pflegekasse nach § 18 SGB XI eine Begutachtung veranlassen.

    Formlos möglich, auch telefonisch
  3. 3

    Bewilligung abwarten und Abgabeform klären

    Die Pflegekasse bewilligt und entscheidet zugleich über die Abgabeform. Technische Pflegehilfsmittel sollen in allen geeigneten Fällen vorrangig leihweise überlassen werden; wer die Leihe ohne zwingenden Grund ablehnt, trägt die Kosten in vollem Umfang selbst. Ausführungen mit Sitz- und Schwenkfunktion oder mit erhöhter Tragfähigkeit werden in der Regel gesondert begründet. Prüfen Sie zugleich, ob das bewilligte Modell zu den gemessenen Innenmaßen passt — ein passender Bescheid für einen unpassenden Rahmen hilft niemandem.

    Leihe hat gesetzlichen Vorrang
  4. 4

    Lieferung und Einbau in das vorhandene Gestell

    Der Rahmen kommt in Teilen und wird im Zimmer montiert und eingesetzt. Beim Einbau prüfen: Rahmen sitzt spielfrei und kippsicher im Gestell, Last liegt auf den vorgesehenen Punkten und nicht auf dem alten Lattenrost, Verbindungen des Gestells unter Last unauffällig, Kabelweg frei, Freiraum zum Kopfteil für die Rückenverstellung, Zugang von beiden Längsseiten, Matratze passend zur Liegefläche und zur verbleibenden Höhe der Bettbegrenzung. Bei Geräten aus dem Wiedereinsatz gehören Aufbereitungs- und Hygienenachweis zur Lieferung.

    Zeitaufwand: 45-90 Min.
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    Einweisung und Übergabe dokumentieren

    Eingewiesen wird jeder, der bedient: Angehörige und Pflegedienst. Inhalte sind Handschalter samt Sperrfunktion, Höhenverstellung als Arbeitsschutz, Notabsenkung, Verhalten bei Stromausfall, Reinigung sowie der Hinweis, das Gestell regelmäßig auf lockere Verbindungen zu kontrollieren. Bei Modellen mit Schwenkfunktion zusätzlich den freizuhaltenden Bereich an der Ausschwenkseite zeigen. Einweisung mit Unterschrift dokumentieren, Seriennummer und Übergabedatum festhalten, weil der Rahmen als Leihgabe Eigentum der Pflegekasse bleibt.

    Zeitaufwand: 20-30 Min.
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Abrechnung und Kosten

Grundlage jeder Abrechnung ist der Vertrag zwischen Leistungserbringer und Pflegekasse. Die folgenden Werte sind Orientierungswerte — verbindliche Preise ergeben sich aus den Kassenverträgen.

BettentypHMV-Nr. (Beispiel)Richtwert GKVZuzahlungGenehmigungspflicht
Einlegerahmen, motorisch verstellbar50.45.03.0500 - 1.300 €10 % (max. 25 €)Ja, Bewilligung der Pflegekasse
Einlegerahmen mit Sitz- und Schwenkfunktion50.45.03.31.400 - 3.800 €10 % (max. 25 €)Ja, mit Begründung des Transferbedarfs
Einlegerahmen mit erhöhter Tragfähigkeit50.45.03.4900 - 2.400 €10 % (max. 25 €)Ja, mit Begründung (Gewicht, Breite)
Zubehör und Zuschläge für Sondermaße50.99.99.0nach Aufwand10 % (max. 25 €)Ja, im Rahmen der Hauptversorgung
Wartung und Reparatur (Leihgerät)50.99.99.4nach AufwandKeine (Wartung und Reparatur)Über die Pflegekasse abgewickelt

Hinweis zum Eigenanteil

Versicherte unter 18 Jahren zahlen keinen Eigenanteil. Die Pflegekasse kann zur Vermeidung von Härten ganz oder teilweise befreien. Wer die vorrangige leihweise Überlassung ohne zwingenden Grund ablehnt, trägt die Kosten in vollem Umfang selbst.

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Häufige Fragen

Wann ist ein Einlegerahmen besser als ein Pflegebett?

Immer dann, wenn der Wechsel der Umgebung selbst zum Problem wird. Bei Demenz ist das gewohnte Bett Teil der Orientierung: Ein fremdes Möbel an einem neuen Platz kann nächtliche Unruhe und Ablehnung der Pflege verstärken, sodass die Versorgung technisch besser und praktisch schlechter wird. Der Einlegerahmen liefert Höhen-, Rücken- und Beinverstellung, ohne Bettgestell, Stellplatz oder Blickrichtung zu verändern. Ebenso überzeugt er, wenn das Pflegebett als sichtbares Zeichen von Pflegebedürftigkeit abgelehnt wird, wenn im Zimmer kein Platz für ein zweites Bett ist oder wenn der Transportweg zu eng für ein Pflegebett ist. Ein Gegenargument gibt es: Bei Sturzgefahr aus dem Bett ist das Niedrigpflegebett (50.45.01.5) im Vorteil, weil der Einlegerahmen die Liegefläche eher anhebt.

Welche Maße muss ich vor dem Antrag nehmen?

Drei Werte, gemessen und nicht geschätzt. Erstens das lichte Innenmaß des Bettgestells in Länge und Breite, zwischen den Innenkanten von Kopf-, Fuß- und Seitenteilen — nicht das Außenmaß des Bettes. Zweitens die Auflagesituation: umlaufende Leisten, Querträger oder eigene Füße auf dem Boden innerhalb des Gestells. Drittens die verfügbare Bauhöhe bis zur Oberkante der Bettbegrenzung, denn Rahmen- und Matratzenhöhe addieren sich. Machen Sie zusätzlich Fotos des Gestells von innen und notieren Sie den Zustand der Verbindungen. Ein Rahmen, der zwei Zentimeter zu breit ist, lässt sich nicht anpassen — dann bleibt nur ein Pflegebett, und das erfährt man besser vor der Bewilligung als bei der Lieferung.

Hält mein altes Bettgestell einen Einlegerahmen aus?

Das ist die kritischste Frage der ganzen Untergruppe. Der Hersteller gibt die zulässige Gesamtbelastung des Rahmens an — Körpergewicht plus Matratze und Zubehör. Diese Last landet jedoch im vorhandenen Bettgestell, und für ein Möbelstück existiert keine Tragfähigkeitsangabe, weil es nicht als Pflegehilfsmittel geprüft ist. Prüfen Sie deshalb die Substanz: Verbindungen fest, keine Risse oder ausgebrochenen Beschläge, keine Feuchteschäden, stabile Füße. In bariatrischen Situationen oder bei sichtbaren Vorschäden ist ein Rahmen mit erhöhter Tragfähigkeit im alten Gestell die falsche Antwort; dann trägt nur ein Bett mit erhöhter Tragfähigkeit (50.45.01.3). Diese Entscheidung fällt vor der Lieferung, nicht beim Aufbau.

Verändert der Einlegerahmen die Höhe der Liegefläche?

Ja, in der Regel nach oben — und das hat drei praktische Folgen. Die verbleibende Höhe der Bettbegrenzung nimmt ab, wodurch der seitliche Halt sinkt und Bettseitenteile (50.45.02.4) womöglich nicht mehr klemmsicher montiert werden können. Die Sitzhöhe an der Bettkante steigt, sodass die Füße im Sitzen den Boden nicht mehr erreichen; ohne Bodenkontakt ist kein Transfer sicher. Und die Rückenverstellung braucht Freiraum zum Kopfteil. Addieren Sie Rahmenhöhe und Matratzenhöhe deshalb, bevor Sie eine Matratze auswählen, und prüfen Sie das Ergebnis an der Person, nicht am Datenblatt.

Was kostet mich der Einlegerahmen und wer zahlt Wartung und Reparatur?

Der Eigenanteil beträgt 10 % der Kosten, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel, und er fällt auch bei leihweiser Überlassung an. Zur Vermeidung von Härten kann die Pflegekasse ganz oder teilweise befreien; Versicherte unter 18 Jahren zahlen nichts. Wichtig ist die Abgabeform: Technische Pflegehilfsmittel sollen in allen geeigneten Fällen vorrangig leihweise überlassen werden. Wer die Leihe ohne zwingenden Grund ablehnt, trägt die Kosten in vollem Umfang selbst. Bei einem Leihgerät bleibt der Rahmen Eigentum der Pflegekasse, die auch Wartung und Instandsetzung trägt; ein zusätzlicher Eigenanteil entsteht dafür nicht. Abgerechnet werden diese Leistungen über die übergreifenden Positionen 50.99.99.

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