Indikations-Match · Sprunggelenk

Sprunggelenkfraktur — Versorgung mit Orthese

Nach einer stabilen Sprunggelenkfraktur kann eine Orthese den Gips ersetzen und frühere Mobilisation ermöglichen.

ICD-10: S82.5 / S82.6 (Knöchelfraktur) PG: PG 23 · Orthesen/Schienen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei stabilen Sprunggelenkfrakturen (Weber A, stabile Weber B) wird zunehmend eine Walker-Orthese statt Gips eingesetzt (HMV 23.06). Vorteile: abnehmbar für Physiotherapie und Hautpflege, Vollbelastung oft früher möglich. Tragezeit: 6 – 8 Wochen.

Quelle: AWMF-Leitlinie OSG-Frakturen (2023), GKV-HMV PG 23.06
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Nach einer stabilen Sprunggelenkfraktur kann eine Orthese den Gips ersetzen und frühere Mobilisation ermöglichen.

Symptom
Schwellung, Schmerz, Fehlstellung
Sofortige Schwellung, Belastungsunfähigkeit, ggf. sichtbare Achsabweichung.
Diagnostik
Röntgen in 2 Ebenen
Klassifikation nach Weber (A/B/C) bestimmt die Therapie.
Therapie
Konservativ oder operativ
Weber A: meist konservativ. Weber B/C: häufig operativ (Plattenosteosynthese).
Heilungsdauer
6 – 12 Wochen
Knöcherne Konsolidierung nach 6 Wochen, volle Belastung nach 8 – 12 Wochen.
02

Passende Orthesen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Orthesentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseOrthesentypWirkungTragezeit
Konservativ (Wo. 0 – 6)Vakuum-WalkerRuhigstellung mit Vakuumkissen, anpassbar an Schwellungsverlauf.Ganztags, Tag & Nacht
Post-OP (Wo. 2 – 8)Walker mit ROM-BegrenzungKontrollierte Mobilisation nach operativer Versorgung.Ganztags
Übergang (Wo. 6 – 12)Knöchelorthese mit StabilisationÜbergang von Walker zu normalem Schuh, seitliche Stabilisierung.Tagsüber

Orthesenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

Für Teams im Sanitätshaus · ONE.assist

Neues Personal. Richtige Produkte. Ab Tag 1.

ONE.assist führt Schritt für Schritt zum passenden Artikel — auch ohne jahrelange Erfahrung im Sortiment.

ONE.assist
Kostenfrei testen Einfach starten, sofort loslegen.
03

Versorgungsweg — von Diagnose bis Orthese

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Fachärzt:in stellt die Diagnose und entscheidet über den Therapieweg (konservativ oder operativ).

    1 – 2 Termine
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code, Diagnose und gewünschtem Hilfsmittel.

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Orthese.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Genehmigung (falls nötig)

    Bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln: Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. Genehmigung in 3 – 5 Werktagen.

    Nicht immer erforderlich
  5. 5

    Anpassung & Einweisung

    Orthese wird individuell angepasst, Passform kontrolliert und Patient:in in die Handhabung eingewiesen.

    20 – 30 Minuten
  6. 6

    Nachkontrolle

    Kontrolltermin nach 1 – 2 Wochen: Sitz prüfen, ggf. nachjustieren, Therapiefortschritt besprechen.

    Im Sanitätshaus
Für Fachberater und Versorger · ONE.assist

Vom Rezept zur Versorgung — immer den richtigen Artikel.

CareCore.ONE hilft Ihrem Team, aus Rezept und Indikation den passenden Artikel zu finden — schnell, strukturiert und HMV-konform.

ONE.assist
Kostenfrei nutzen Kostenfrei registrieren,
in nur 2 Minuten.
04

Tipps für Patient:innen

Walker-Sohle zur gesunden Seite ausgleichen

Ein Schuhausgleich für den anderen Fuß verhindert Beckenschiefstand beim Gehen.

Abschwellung unterstützen

Hochlagern und Kühlen in den ersten Tagen beschleunigt den Therapiebeginn.

Vollbelastung nur nach ärztlicher Freigabe

Auch wenn die Orthese Belastung erlaubt — die Freigabe muss die Ärzt:in anhand des Röntgenbilds erteilen.

05

Häufige Fragen

Orthese oder Gips bei Sprunggelenkfraktur?

Bei stabilen Frakturen (Weber A) ist eine Walker-Orthese oft vorteilhaft: abnehmbar, bessere Hygiene, frühere Mobilisation.

Wie lange darf ich nicht auftreten?

Abhängig von Frakturtyp und Stabilität. Bei Weber A oft sofort Teilbelastung, bei operativer Versorgung 2 – 6 Wochen Entlastung.

Wann wechsle ich vom Walker zum normalen Schuh?

In der Regel nach 6 – 8 Wochen, nach Röntgenkontrolle und ärztlicher Freigabe.

Brauche ich danach noch eine Bandage?

Oft ja — eine Sprunggelenkbandage für 3 – 6 Monate gibt Sicherheit beim Übergang zur Vollbelastung.

Für Fachberater und Versorger
ONE.assist

Artikel, Varianten & Indikationen.
Alles klar, in nur 20 Sekunden.

Kostenlos starten