Bei stabilen Sprunggelenkfrakturen (Weber A, stabile Weber B) wird zunehmend eine Walker-Orthese statt Gips eingesetzt (HMV 23.06). Vorteile: abnehmbar für Physiotherapie und Hautpflege, Vollbelastung oft früher möglich. Tragezeit: 6 – 8 Wochen.
Quelle: AWMF-Leitlinie OSG-Frakturen (2023), GKV-HMV PG 23.06Die Diagnose — kurz erklärt
Nach einer stabilen Sprunggelenkfraktur kann eine Orthese den Gips ersetzen und frühere Mobilisation ermöglichen.
Passende Orthesen
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Orthesentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Orthesentyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Konservativ (Wo. 0 – 6) | Vakuum-Walker | Ruhigstellung mit Vakuumkissen, anpassbar an Schwellungsverlauf. | Ganztags, Tag & Nacht |
| Post-OP (Wo. 2 – 8) | Walker mit ROM-Begrenzung | Kontrollierte Mobilisation nach operativer Versorgung. | Ganztags |
| Übergang (Wo. 6 – 12) | Knöchelorthese mit Stabilisation | Übergang von Walker zu normalem Schuh, seitliche Stabilisierung. | Tagsüber |
Orthesenwahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Orthese
- 1
Ärztliche Diagnose
Fachärzt:in stellt die Diagnose und entscheidet über den Therapieweg (konservativ oder operativ).
1 – 2 Termine - 2
Rezept ausstellen
Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code, Diagnose und gewünschtem Hilfsmittel.
HMV-Nummer angeben - 3
Sanitätshaus aufsuchen
Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Orthese.
30 – 45 Minuten - 4
Genehmigung (falls nötig)
Bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln: Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. Genehmigung in 3 – 5 Werktagen.
Nicht immer erforderlich - 5
Anpassung & Einweisung
Orthese wird individuell angepasst, Passform kontrolliert und Patient:in in die Handhabung eingewiesen.
20 – 30 Minuten - 6
Nachkontrolle
Kontrolltermin nach 1 – 2 Wochen: Sitz prüfen, ggf. nachjustieren, Therapiefortschritt besprechen.
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Tipps für Patient:innen
Walker-Sohle zur gesunden Seite ausgleichen
Ein Schuhausgleich für den anderen Fuß verhindert Beckenschiefstand beim Gehen.
Abschwellung unterstützen
Hochlagern und Kühlen in den ersten Tagen beschleunigt den Therapiebeginn.
Vollbelastung nur nach ärztlicher Freigabe
Auch wenn die Orthese Belastung erlaubt — die Freigabe muss die Ärzt:in anhand des Röntgenbilds erteilen.
Häufige Fragen
Orthese oder Gips bei Sprunggelenkfraktur?
Bei stabilen Frakturen (Weber A) ist eine Walker-Orthese oft vorteilhaft: abnehmbar, bessere Hygiene, frühere Mobilisation.
Wie lange darf ich nicht auftreten?
Abhängig von Frakturtyp und Stabilität. Bei Weber A oft sofort Teilbelastung, bei operativer Versorgung 2 – 6 Wochen Entlastung.
Wann wechsle ich vom Walker zum normalen Schuh?
In der Regel nach 6 – 8 Wochen, nach Röntgenkontrolle und ärztlicher Freigabe.
Brauche ich danach noch eine Bandage?
Oft ja — eine Sprunggelenkbandage für 3 – 6 Monate gibt Sicherheit beim Übergang zur Vollbelastung.