Indikations-Match · Knie

Knieorthese nach OP — was wird verordnet?

Nach Knie-Operationen sichert eine Orthese die Heilung und ermöglicht kontrollierte Mobilisation. Welche Typen es gibt und wie der Versorgungsweg abläuft.

ICD-10: Z96.6 / T84 (Zustand nach Knie-OP) PG: PG 23 · Orthesen/Schienen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Nach einer Knieoperation wird meist eine Rahmenorthese mit einstellbarem Bewegungsradius (ROM) verordnet (HMV 23.04.01–03). Sie schützt das Operationsergebnis, begrenzt die Beugung in den ersten Wochen und wird schrittweise freigegeben. Tragezeit: typisch 6 – 12 Wochen.

Quelle: GKV-HMV PG 23.04, klinikspezifische Nachbehandlungsschemata
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Die Diagnose — kurz erklärt

Nach Knie-Operationen sichert eine Orthese die Heilung und ermöglicht kontrollierte Mobilisation. Welche Typen es gibt und wie der Versorgungsweg abläuft.

Typische OPs
Kreuzband, Meniskus, TEP
Kreuzbandplastik, Meniskusnaht, Knorpelchirurgie, Knie-TEP.
Diagnostik
OP-Bericht & Nachsorge
Der OP-Bericht definiert die erlaubte Belastung und ROM-Freigabe.
Ziel der Orthese
Schutz & kontrollierte Mobilisation
Das OP-Ergebnis schützen und gleichzeitig Bewegung ermöglichen.
Tragezeit
6 – 12 Wochen
Abhängig vom Eingriff und Heilungsverlauf.
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Passende Orthesen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Orthesentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseOrthesentypWirkungTragezeit
Akut post-OP (Woche 0 – 2)Immobilisationsschiene 0°Vollständige Ruhigstellung des Kniegelenks.Tag & Nacht
Frühe Mobilisation (Wo. 2 – 6)ROM-Orthese 0°/0°/60°Kontrollierte Beugung, Schutz vor Überstreckung.23 h / Tag
Erweiterte Mobilisation (Wo. 6 – 12)ROM-Orthese 0°/0°/120°Schrittweise Freigabe bis volle Beweglichkeit.Bei Belastung
Knie-TEP / LangzeitStabilisierende WeichortheseSicherheit und propriozeptiver Support im Alltag.Nach Bedarf, bis 6 Monate

Orthesenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Orthese

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Fachärzt:in stellt die Diagnose und entscheidet über den Therapieweg (konservativ oder operativ).

    1 – 2 Termine
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code, Diagnose und gewünschtem Hilfsmittel.

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Orthese.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Genehmigung (falls nötig)

    Bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln: Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. Genehmigung in 3 – 5 Werktagen.

    Nicht immer erforderlich
  5. 5

    Anpassung & Einweisung

    Orthese wird individuell angepasst, Passform kontrolliert und Patient:in in die Handhabung eingewiesen.

    20 – 30 Minuten
  6. 6

    Nachkontrolle

    Kontrolltermin nach 1 – 2 Wochen: Sitz prüfen, ggf. nachjustieren, Therapiefortschritt besprechen.

    Im Sanitätshaus
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Tipps für Patient:innen

OP-Bericht ins Sanitätshaus mitnehmen

Die ROM-Einstellungen werden exakt nach Klinik-Vorgabe eingestellt. Der OP-Bericht ist das Referenzdokument.

Physiotherapie parallel starten

Die Orthese ersetzt nicht die Reha — sie ergänzt sie. Muskelaufbau ist entscheidend.

Kontrolltermine einhalten

Alle 2 Wochen im Sanitätshaus zur ROM-Anpassung und Passformkontrolle.

ROM nie selbst verstellen

Die Anschläge werden vom Fachpersonal eingestellt. Eigenständige Änderungen gefährden das OP-Ergebnis.

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Häufige Fragen

Bekomme ich die Orthese direkt nach der OP?

Ja, in der Regel wird die Orthese noch im Krankenhaus angepasst oder ein Rezept für die Versorgung im Sanitätshaus mitgegeben.

Wie oft wird die ROM-Einstellung geändert?

Typisch alle 1 – 2 Wochen, abhängig vom Nachbehandlungsschema der Klinik.

Kann ich die Orthese nachts ablegen?

In den ersten Wochen meist nicht. Die Ärzt:in entscheidet ab wann die Nacht-Tragepflicht entfällt.

Was kostet die Orthese nach OP?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Verordnung. Gesetzliche Zuzahlung: 5 – 10 €.

Muss ich die Orthese zurückgeben?

Ja, die meisten postoperativen Orthesen werden als Leih-Hilfsmittel ausgegeben und nach Therapieende zurückgegeben.

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