Nach einer Knieoperation wird meist eine Rahmenorthese mit einstellbarem Bewegungsradius (ROM) verordnet (HMV 23.04.01–03). Sie schützt das Operationsergebnis, begrenzt die Beugung in den ersten Wochen und wird schrittweise freigegeben. Tragezeit: typisch 6 – 12 Wochen.
Quelle: GKV-HMV PG 23.04, klinikspezifische NachbehandlungsschemataDie Diagnose — kurz erklärt
Nach Knie-Operationen sichert eine Orthese die Heilung und ermöglicht kontrollierte Mobilisation. Welche Typen es gibt und wie der Versorgungsweg abläuft.
Passende Orthesen
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Orthesentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Orthesentyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Akut post-OP (Woche 0 – 2) | Immobilisationsschiene 0° | Vollständige Ruhigstellung des Kniegelenks. | Tag & Nacht |
| Frühe Mobilisation (Wo. 2 – 6) | ROM-Orthese 0°/0°/60° | Kontrollierte Beugung, Schutz vor Überstreckung. | 23 h / Tag |
| Erweiterte Mobilisation (Wo. 6 – 12) | ROM-Orthese 0°/0°/120° | Schrittweise Freigabe bis volle Beweglichkeit. | Bei Belastung |
| Knie-TEP / Langzeit | Stabilisierende Weichorthese | Sicherheit und propriozeptiver Support im Alltag. | Nach Bedarf, bis 6 Monate |
Orthesenwahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Orthese
- 1
Ärztliche Diagnose
Fachärzt:in stellt die Diagnose und entscheidet über den Therapieweg (konservativ oder operativ).
1 – 2 Termine - 2
Rezept ausstellen
Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code, Diagnose und gewünschtem Hilfsmittel.
HMV-Nummer angeben - 3
Sanitätshaus aufsuchen
Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Orthese.
30 – 45 Minuten - 4
Genehmigung (falls nötig)
Bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln: Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. Genehmigung in 3 – 5 Werktagen.
Nicht immer erforderlich - 5
Anpassung & Einweisung
Orthese wird individuell angepasst, Passform kontrolliert und Patient:in in die Handhabung eingewiesen.
20 – 30 Minuten - 6
Nachkontrolle
Kontrolltermin nach 1 – 2 Wochen: Sitz prüfen, ggf. nachjustieren, Therapiefortschritt besprechen.
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Tipps für Patient:innen
OP-Bericht ins Sanitätshaus mitnehmen
Die ROM-Einstellungen werden exakt nach Klinik-Vorgabe eingestellt. Der OP-Bericht ist das Referenzdokument.
Physiotherapie parallel starten
Die Orthese ersetzt nicht die Reha — sie ergänzt sie. Muskelaufbau ist entscheidend.
Kontrolltermine einhalten
Alle 2 Wochen im Sanitätshaus zur ROM-Anpassung und Passformkontrolle.
ROM nie selbst verstellen
Die Anschläge werden vom Fachpersonal eingestellt. Eigenständige Änderungen gefährden das OP-Ergebnis.
Häufige Fragen
Bekomme ich die Orthese direkt nach der OP?
Ja, in der Regel wird die Orthese noch im Krankenhaus angepasst oder ein Rezept für die Versorgung im Sanitätshaus mitgegeben.
Wie oft wird die ROM-Einstellung geändert?
Typisch alle 1 – 2 Wochen, abhängig vom Nachbehandlungsschema der Klinik.
Kann ich die Orthese nachts ablegen?
In den ersten Wochen meist nicht. Die Ärzt:in entscheidet ab wann die Nacht-Tragepflicht entfällt.
Was kostet die Orthese nach OP?
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Verordnung. Gesetzliche Zuzahlung: 5 – 10 €.
Muss ich die Orthese zurückgeben?
Ja, die meisten postoperativen Orthesen werden als Leih-Hilfsmittel ausgegeben und nach Therapieende zurückgegeben.