Bei Fußheberschwäche wird eine Fußheberorthese (AFO — Ankle Foot Orthosis) verordnet (HMV 23.03), die den Fuß beim Gehen in Dorsalextension hält und das Hängenbleiben (Steppergang) verhindert. Je nach Ursache kommen dynamische, semirigide oder rigide Modelle zum Einsatz.
Quelle: GKV-HMV PG 23.03, neurologische RehabilitationsliteraturDie Diagnose — kurz erklärt
Eine Fußheberschwäche (Drop Foot) durch Peroneusparese oder neurologische Ursache wird mit einer Fußheberorthese versorgt. Sie verhindert Stolpern und ermöglicht normales Gehen.
Passende Orthesen
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Orthesentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Orthesentyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Leichte Parese / dynamisch | Dynamische Fußheberorthese (Carbon) | Federmechanismus hebt den Fuß in der Schwungphase, erlaubt natürliches Abrollen. | Beim Gehen |
| Mittlere Parese | Semirigide AFO mit Gelenk | Kontrollierte Dorsalextension, einstellbarer Widerstand. | Tagsüber |
| Schwere Parese / Spastik | Rigide AFO | Vollständige Fußhebung und -führung, Spastik-Kontrolle. | Tagsüber und beim Gehen |
| Alternativ / ergänzend | Funktionelle Elektrostimulation (FES) | Elektrische Stimulation des N. peroneus als Alternative zur mechanischen Orthese. | Beim Gehen |
Orthesenwahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Orthese
- 1
Ärztliche Diagnose
Fachärzt:in stellt die Diagnose und entscheidet über den Therapieweg (konservativ oder operativ).
1 – 2 Termine - 2
Rezept ausstellen
Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code, Diagnose und gewünschtem Hilfsmittel.
HMV-Nummer angeben - 3
Sanitätshaus aufsuchen
Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Orthese.
30 – 45 Minuten - 4
Genehmigung (falls nötig)
Bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln: Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. Genehmigung in 3 – 5 Werktagen.
Nicht immer erforderlich - 5
Anpassung & Einweisung
Orthese wird individuell angepasst, Passform kontrolliert und Patient:in in die Handhabung eingewiesen.
20 – 30 Minuten - 6
Nachkontrolle
Kontrolltermin nach 1 – 2 Wochen: Sitz prüfen, ggf. nachjustieren, Therapiefortschritt besprechen.
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Tipps für Patient:innen
Richtige Schuhe sind wichtig
Feste Schuhe mit herausnehmbarer Sohle für die Orthese. Keine Slipper oder Sandalen.
Sturzprävention beachten
Stolperfallen in der Wohnung entfernen. Teppichkanten, Kabel und Schwellen sichern.
Bei plötzlichem Auftreten sofort zum Arzt
Eine akute Fußheberschwäche kann auf einen Bandscheibenvorfall oder Nervenschaden hinweisen — zeitnah abklären.
Häufige Fragen
Was ist eine Fußheberorthese?
Eine Unterschenkelorthese (AFO), die den Fuß beim Gehen anhebt und das Stolpern durch hängenden Fuß verhindert.
Ist eine Fußheberschwäche heilbar?
Bei druckbedingter Peroneusparese oft ja (6 – 12 Monate). Bei neurologischen Ursachen (MS, Schlaganfall) meist dauerhafte Versorgung nötig.
Carbon oder Kunststoff — was ist besser?
Carbon-AFOs sind leichter und dynamischer, aber teurer. Für aktive Patient:innen oft die bessere Wahl.
Was ist FES und ist es eine Alternative?
Funktionelle Elektrostimulation stimuliert den Nerv elektrisch und hebt den Fuß. Kann zusätzlich oder statt einer mechanischen Orthese eingesetzt werden.