Indikations-Match · Fuß

Fußheberschwäche — welche Orthese hilft?

Eine Fußheberschwäche (Drop Foot) durch Peroneusparese oder neurologische Ursache wird mit einer Fußheberorthese versorgt. Sie verhindert Stolpern und ermöglicht normales Gehen.

ICD-10: G57.3 (Peroneusparese) / M21.3 (Fallfuß) PG: PG 23 · Orthesen/Schienen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei Fußheberschwäche wird eine Fußheberorthese (AFO — Ankle Foot Orthosis) verordnet (HMV 23.03), die den Fuß beim Gehen in Dorsalextension hält und das Hängenbleiben (Steppergang) verhindert. Je nach Ursache kommen dynamische, semirigide oder rigide Modelle zum Einsatz.

Quelle: GKV-HMV PG 23.03, neurologische Rehabilitationsliteratur
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Die Diagnose — kurz erklärt

Eine Fußheberschwäche (Drop Foot) durch Peroneusparese oder neurologische Ursache wird mit einer Fußheberorthese versorgt. Sie verhindert Stolpern und ermöglicht normales Gehen.

Symptom
Fuß hebt nicht beim Gehen
Stolpern, Steppergang, Fuß schleift. Oft einseitig.
Ursachen
Peroneusparese, MS, Schlaganfall
Peripher (Nervenschaden) oder zentral (Gehirn/Rückenmark).
Diagnostik
EMG/NLG + Ursachenabklärung
Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt Schweregrad und Prognose.
Verlauf
Abhängig von Ursache
Druckbedingte Parese: oft reversibel (6 – 12 Monate). MS/Stroke: dauerhaft.
02

Passende Orthesen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Orthesentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseOrthesentypWirkungTragezeit
Leichte Parese / dynamischDynamische Fußheberorthese (Carbon)Federmechanismus hebt den Fuß in der Schwungphase, erlaubt natürliches Abrollen.Beim Gehen
Mittlere PareseSemirigide AFO mit GelenkKontrollierte Dorsalextension, einstellbarer Widerstand.Tagsüber
Schwere Parese / SpastikRigide AFOVollständige Fußhebung und -führung, Spastik-Kontrolle.Tagsüber und beim Gehen
Alternativ / ergänzendFunktionelle Elektrostimulation (FES)Elektrische Stimulation des N. peroneus als Alternative zur mechanischen Orthese.Beim Gehen

Orthesenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Orthese

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Fachärzt:in stellt die Diagnose und entscheidet über den Therapieweg (konservativ oder operativ).

    1 – 2 Termine
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code, Diagnose und gewünschtem Hilfsmittel.

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Orthese.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Genehmigung (falls nötig)

    Bei genehmigungspflichtigen Hilfsmitteln: Kostenvoranschlag an die Krankenkasse. Genehmigung in 3 – 5 Werktagen.

    Nicht immer erforderlich
  5. 5

    Anpassung & Einweisung

    Orthese wird individuell angepasst, Passform kontrolliert und Patient:in in die Handhabung eingewiesen.

    20 – 30 Minuten
  6. 6

    Nachkontrolle

    Kontrolltermin nach 1 – 2 Wochen: Sitz prüfen, ggf. nachjustieren, Therapiefortschritt besprechen.

    Im Sanitätshaus
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Tipps für Patient:innen

Richtige Schuhe sind wichtig

Feste Schuhe mit herausnehmbarer Sohle für die Orthese. Keine Slipper oder Sandalen.

Sturzprävention beachten

Stolperfallen in der Wohnung entfernen. Teppichkanten, Kabel und Schwellen sichern.

Bei plötzlichem Auftreten sofort zum Arzt

Eine akute Fußheberschwäche kann auf einen Bandscheibenvorfall oder Nervenschaden hinweisen — zeitnah abklären.

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Häufige Fragen

Was ist eine Fußheberorthese?

Eine Unterschenkelorthese (AFO), die den Fuß beim Gehen anhebt und das Stolpern durch hängenden Fuß verhindert.

Ist eine Fußheberschwäche heilbar?

Bei druckbedingter Peroneusparese oft ja (6 – 12 Monate). Bei neurologischen Ursachen (MS, Schlaganfall) meist dauerhafte Versorgung nötig.

Carbon oder Kunststoff — was ist besser?

Carbon-AFOs sind leichter und dynamischer, aber teurer. Für aktive Patient:innen oft die bessere Wahl.

Was ist FES und ist es eine Alternative?

Funktionelle Elektrostimulation stimuliert den Nerv elektrisch und hebt den Fuß. Kann zusätzlich oder statt einer mechanischen Orthese eingesetzt werden.

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