Zur Thrombose-Prophylaxe gibt es zwei Strumpftypen: MTPS (medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe) für immobile Patient:innen im Krankenhaus und medizinische Kompressionsstrümpfe CCL 1 für mobile Situationen wie Langstreckenflüge oder ambulante Nachsorge.
Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 17Die Diagnose — kurz erklärt
Thrombose-Prophylaxe zielt darauf ab, die Entstehung von Blutgerinnseln in den tiefen Beinvenen zu verhindern. Risikosituationen sind längere Immobilisation (Bettlägerigkeit, Gipsversorgung), Operationen, Langstreckenflüge und hormonelle Einflüsse. Kompressionsstrümpfe unterstützen den venösen Rückfluss und reduzieren die Blutstase in den Beinvenen, die ein Hauptfaktor der Thromboseentstehung ist.
Passende Kompressionsversorgung
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Versorgungstyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Flugreise / Immobilisation | Medizinischer Kompressionsstrumpf CCL 1 AD | Unterstützung des venösen Rückflusses bei langem Sitzen oder eingeschränkter Bewegung. | Während der gesamten Reise / Immobilisationsphase |
| Post-OP stationär | MTPS (Thromboseprophylaxestrumpf) | Niedrigdruck-Kompression (ca. 18 mmHg) für liegende, immobile Patient:innen im Krankenhaus. | Tag und Nacht bis zur Vollmobilisation |
| Ambulante Prophylaxe | Medizinischer Kompressionsstrumpf CCL 1–2 AD | Prophylaktische Kompression bei erhöhtem Thromboserisiko im Alltag (Schwangerschaft, Hormontherapie, Varikose). | Ganztags während der Risikophase |
Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Kompressionsversorgung
- 1
Risiko-Assessment
Arzt bewertet das individuelle Thromboserisiko anhand von Risikofaktoren (Immobilisation, Vorgeschichte, Hormoneinnahme).
1 Termin - 2
Rezept oder Eigenversorgung
Bei medizinischer Indikation: Verordnung per Rezept. Für Reisethrombose-Prophylaxe: Eigenversorgung im Sanitätshaus möglich.
Je nach Indikation - 3
Sanitätshaus aufsuchen
Maßnehmen am Bein, Beratung zur Strumpfwahl (MTPS vs. medizinische Kompression, Länge, Material).
20 – 30 Minuten - 4
Sofortige Versorgung
Prophylaxestrümpfe sind in Konfektionsgrößen verfügbar und können direkt mitgenommen werden.
Sofort verfügbar - 5
Nachkontrolle
Bei stationärer Prophylaxe: tägliche Kontrolle von Sitz und Hautverträglichkeit. Ambulant: bei Beschwerden erneut vorstellen.
Je nach Situation
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Tipps für Patient:innen
MTPS sind kein Reisestrumpf
MTPS (weiße Krankenhausstrümpfe) sind nur für liegende Patient:innen konzipiert. Im Sitzen und Stehen bieten sie keinen ausreichenden Schutz. Für Flugreisen medizinische Kompressionsstrümpfe CCL 1 verwenden.
Bewegung auf Langstreckenflügen
Alle 1–2 Stunden aufstehen, im Gang gehen und Fußwippen im Sitzen. Kompressionsstrümpfe allein ersetzen die Bewegung nicht.
Ausreichend trinken
Dehydrierung erhöht das Thromboserisiko. Auf Flügen mindestens 200 ml pro Stunde trinken, Alkohol und Kaffee meiden.
Strümpfe vor dem Flug anziehen
Kompressionsstrümpfe vor dem Betreten des Flugzeugs anziehen, nicht erst im Sitzen. Am besten morgens vor der Anreise.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MTPS und Kompressionsstrümpfen?
MTPS (medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe) sind weiße Strümpfe mit niedrigem Druck (ca. 18 mmHg), die nur für liegende Patient:innen geeignet sind. Medizinische Kompressionsstrümpfe (CCL 1–4) sind für mobile Patient:innen konzipiert und bieten einen definierten Druckverlauf.
Brauche ich auf Langstreckenflügen Kompressionsstrümpfe?
Bei Risikofaktoren (Thrombose-Vorgeschichte, Varikose, Hormoneinnahme, Schwangerschaft) sind Kompressionsstrümpfe CCL 1 auf Flügen über 4 Stunden empfohlen. Ohne Risikofaktoren reichen Bewegung und Trinken meist aus.
Bezahlt die Krankenkasse Prophylaxestrümpfe?
MTPS für den stationären Einsatz werden von der Klinik gestellt. Ambulante Prophylaxestrümpfe werden bei ärztlicher Verordnung und medizinischer Indikation von der GKV bezuschusst. Reisethrombose-Prophylaxe ist in der Regel Eigenleistung.
Wie lange muss ich MTPS nach einer OP tragen?
MTPS werden in der Regel bis zur Vollmobilisation getragen, meist einige Tage bis Wochen nach der OP. Bei fortbestehendem Risiko erfolgt die Umstellung auf medizinische Kompressionsstrümpfe.
Kann ich Kompressionsstrümpfe auch ohne Rezept kaufen?
Ja, medizinische Kompressionsstrümpfe sind im Sanitätshaus auch ohne Rezept erhältlich. Allerdings entfällt dann die Kassenerstattung. Eine fachkundige Beratung und Maßnahme im Sanitätshaus ist dennoch empfehlenswert.