Indikations-Match · Rundstrick Bein

Thrombose-Prophylaxe — welcher Kompressionsstrumpf?

Zur Thrombose-Prophylaxe kommen medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) oder medizinische Kompressionsstrümpfe CCL 1 zum Einsatz. Wann welcher Strumpftyp passt, wie sie sich unterscheiden und worauf bei Flugreisen und nach Operationen zu achten ist.

ICD-10: Z29.8 (Sonstige näher bezeichnete prophylaktische Maßnahmen) PG: PG 17 · Kompression Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Zur Thrombose-Prophylaxe gibt es zwei Strumpftypen: MTPS (medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe) für immobile Patient:innen im Krankenhaus und medizinische Kompressionsstrümpfe CCL 1 für mobile Situationen wie Langstreckenflüge oder ambulante Nachsorge.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 17
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Die Diagnose — kurz erklärt

Thrombose-Prophylaxe zielt darauf ab, die Entstehung von Blutgerinnseln in den tiefen Beinvenen zu verhindern. Risikosituationen sind längere Immobilisation (Bettlägerigkeit, Gipsversorgung), Operationen, Langstreckenflüge und hormonelle Einflüsse. Kompressionsstrümpfe unterstützen den venösen Rückfluss und reduzieren die Blutstase in den Beinvenen, die ein Hauptfaktor der Thromboseentstehung ist.

ICD-10
Z29.8
Prophylaktische Maßnahmen
Reisethrombose-Risiko
1–2 % bei Flügen > 8 h
Ohne Prophylaxe, bei Risikofaktoren höher
Therapieziel
Venöse Stase verhindern
Kompression + Bewegung + ggf. Antikoagulation
02

Passende Kompressionsversorgung

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Flugreise / ImmobilisationMedizinischer Kompressionsstrumpf CCL 1 ADUnterstützung des venösen Rückflusses bei langem Sitzen oder eingeschränkter Bewegung.Während der gesamten Reise / Immobilisationsphase
Post-OP stationärMTPS (Thromboseprophylaxestrumpf)Niedrigdruck-Kompression (ca. 18 mmHg) für liegende, immobile Patient:innen im Krankenhaus.Tag und Nacht bis zur Vollmobilisation
Ambulante ProphylaxeMedizinischer Kompressionsstrumpf CCL 1–2 ADProphylaktische Kompression bei erhöhtem Thromboserisiko im Alltag (Schwangerschaft, Hormontherapie, Varikose).Ganztags während der Risikophase

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Kompressionsversorgung

  1. 1

    Risiko-Assessment

    Arzt bewertet das individuelle Thromboserisiko anhand von Risikofaktoren (Immobilisation, Vorgeschichte, Hormoneinnahme).

    1 Termin
  2. 2

    Rezept oder Eigenversorgung

    Bei medizinischer Indikation: Verordnung per Rezept. Für Reisethrombose-Prophylaxe: Eigenversorgung im Sanitätshaus möglich.

    Je nach Indikation
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Maßnehmen am Bein, Beratung zur Strumpfwahl (MTPS vs. medizinische Kompression, Länge, Material).

    20 – 30 Minuten
  4. 4

    Sofortige Versorgung

    Prophylaxestrümpfe sind in Konfektionsgrößen verfügbar und können direkt mitgenommen werden.

    Sofort verfügbar
  5. 5

    Nachkontrolle

    Bei stationärer Prophylaxe: tägliche Kontrolle von Sitz und Hautverträglichkeit. Ambulant: bei Beschwerden erneut vorstellen.

    Je nach Situation
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Tipps für Patient:innen

MTPS sind kein Reisestrumpf

MTPS (weiße Krankenhausstrümpfe) sind nur für liegende Patient:innen konzipiert. Im Sitzen und Stehen bieten sie keinen ausreichenden Schutz. Für Flugreisen medizinische Kompressionsstrümpfe CCL 1 verwenden.

Bewegung auf Langstreckenflügen

Alle 1–2 Stunden aufstehen, im Gang gehen und Fußwippen im Sitzen. Kompressionsstrümpfe allein ersetzen die Bewegung nicht.

Ausreichend trinken

Dehydrierung erhöht das Thromboserisiko. Auf Flügen mindestens 200 ml pro Stunde trinken, Alkohol und Kaffee meiden.

Strümpfe vor dem Flug anziehen

Kompressionsstrümpfe vor dem Betreten des Flugzeugs anziehen, nicht erst im Sitzen. Am besten morgens vor der Anreise.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MTPS und Kompressionsstrümpfen?

MTPS (medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe) sind weiße Strümpfe mit niedrigem Druck (ca. 18 mmHg), die nur für liegende Patient:innen geeignet sind. Medizinische Kompressionsstrümpfe (CCL 1–4) sind für mobile Patient:innen konzipiert und bieten einen definierten Druckverlauf.

Brauche ich auf Langstreckenflügen Kompressionsstrümpfe?

Bei Risikofaktoren (Thrombose-Vorgeschichte, Varikose, Hormoneinnahme, Schwangerschaft) sind Kompressionsstrümpfe CCL 1 auf Flügen über 4 Stunden empfohlen. Ohne Risikofaktoren reichen Bewegung und Trinken meist aus.

Bezahlt die Krankenkasse Prophylaxestrümpfe?

MTPS für den stationären Einsatz werden von der Klinik gestellt. Ambulante Prophylaxestrümpfe werden bei ärztlicher Verordnung und medizinischer Indikation von der GKV bezuschusst. Reisethrombose-Prophylaxe ist in der Regel Eigenleistung.

Wie lange muss ich MTPS nach einer OP tragen?

MTPS werden in der Regel bis zur Vollmobilisation getragen, meist einige Tage bis Wochen nach der OP. Bei fortbestehendem Risiko erfolgt die Umstellung auf medizinische Kompressionsstrümpfe.

Kann ich Kompressionsstrümpfe auch ohne Rezept kaufen?

Ja, medizinische Kompressionsstrümpfe sind im Sanitätshaus auch ohne Rezept erhältlich. Allerdings entfällt dann die Kassenerstattung. Eine fachkundige Beratung und Maßnahme im Sanitätshaus ist dennoch empfehlenswert.

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