Indikations-Match · Rundstrick Bein

Postthrombotisches Syndrom — welcher Kompressionsstrumpf?

Das postthrombotische Syndrom erfordert lebenslange Kompressionstherapie. Je nach Schweregrad werden CCL 2 bis CCL 3 eingesetzt, bei Ulcus cruris ein spezielles Ulcus-Strumpfsystem. Welche Versorgung bei welchem PTS-Grad passt.

ICD-10: I87.0 (Postthrombotisches Syndrom) PG: PG 17 · Kompression Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Beim postthrombotischen Syndrom (PTS) ist lebenslange Kompressionstherapie erforderlich. Bei leichtem PTS genügt CCL 2 AD, bei mittelschwerem bis schwerem PTS wird CCL 2–3 AG eingesetzt. Bei begleitendem Ulcus cruris kommt ein zweiteiliges Ulcus-Strumpfsystem hinzu.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 17
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Die Diagnose — kurz erklärt

Das postthrombotische Syndrom (PTS) ist eine häufige Langzeitfolge einer tiefen Beinvenenthrombose. Durch die bleibende Schädigung der Venenklappen kommt es zu chronischem Blutrückstau im betroffenen Bein. Die Symptome reichen von Schwellung und Schweregefühl über Hautveränderungen (Pigmentierung, Verhärtung, Ekzem) bis hin zum venösen Ulcus cruris. Der Schweregrad wird nach dem Villalta-Score eingeteilt.

ICD-10
I87.0
Postthrombotisches Syndrom
Häufigkeit
20–50 % nach TVT
Ohne Kompression deutlich häufiger
Therapieziel
Symptomkontrolle & Ulcusprophylaxe
Lebenslange Kompression + Hautpflege
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Passende Kompressionsversorgung

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Leichtes PTSRundstrick CCL 2 ADKontrolle von Schwellung und Schweregefühl bei geringen trophischen Veränderungen.Ganztags, täglich, dauerhaft
Mittleres PTSRundstrick CCL 2–3 AGEffektive Ödemreduktion und Verlangsamung der Hautveränderungen bei Pigmentierung und Lipodermatosklerose.Ganztags, konsequent täglich, dauerhaft
Schweres PTS mit UlcusCCL 3 AG + Ulcus-StrumpfsystemMaximale Kompression zur Wundheilung bei aktivem Ulcus und dauerhafte Rezidivprophylaxe nach Abheilung.Ganztags, bei aktivem Ulcus ggf. auch nachts

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Kompressionsversorgung

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Phlebologe dokumentiert PTS-Schweregrad per Villalta-Score und Duplexsonographie. Bestehende Hautschäden werden erfasst.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 I87.0 und Angabe der Kompressionsklasse je nach PTS-Schweregrad.

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Maßnehmen am entstautem Bein. Beratung zu Strumpflänge, Material und ggf. Ulcus-Strumpfsystem.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Fertigung & Anpassung

    Individuelle Maßanfertigung bei ausgeprägter Beinform. Bei Ulcus: zweiteiliges System mit Unterziehstrumpf anpassen.

    5 – 10 Werktage
  5. 5

    Nachkontrolle

    Regelmäßige Kontrolle des Hautzustands, der Ödemkontrolle und der Strumpfpassform. Anpassung bei Progression.

    Alle 3–6 Monate
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Tipps für Patient:innen

Lebenslang tragen — keine Pause

PTS ist irreversibel. Das Absetzen der Kompression führt zur sofortigen Verschlechterung der Symptome und erhöht das Ulcus-Risiko.

Hautpflege täglich

PTS-geschädigte Haut ist besonders anfällig für Ekzeme und Verletzungen. Tägliche Pflege mit harnstoffhaltiger Lotion ist essenziell.

Hochlagerung über Nacht

Beine nachts leicht hochlagern (10–15 cm), um den venösen Rückfluss zu unterstützen und Morgenschwellung zu reduzieren.

Verletzungen vermeiden

Kleine Hautverletzungen am Unterschenkel können bei PTS schlecht heilen und zum Ulcus werden. Beinhaut aktiv schützen.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PTS und CVI?

CVI entsteht meist durch primäre Venenklappeninsuffizienz (z. B. bei Krampfadern). PTS ist die sekundäre venöse Insuffizienz nach einer Thrombose, verursacht durch die bleibende Klappenschädigung.

Kann PTS nach Jahren noch auftreten?

Ja, PTS kann sich noch Jahre nach der ursprünglichen Thrombose entwickeln oder verschlechtern. Regelmäßige phlebologische Kontrollen sind daher wichtig.

Muss ich lebenslang Kompression tragen?

Ja, beim postthrombotischen Syndrom ist die Kompressionstherapie dauerhaft indiziert. Die geschädigten Venenklappen erholen sich nicht.

Was ist ein Ulcus-Strumpfsystem?

Ein zweiteiliges System aus einem dünnen Unterziehstrumpf (hält Wundauflagen, kann nachts getragen werden) und einem Kompressionsstrumpf CCL 3 darüber, der tagsüber die therapeutische Kompression liefert.

Welche Rolle spielt Bewegung beim PTS?

Regelmäßige Bewegung mit Kompression aktiviert die Wadenmuskelpumpe und verbessert den venösen Rückfluss deutlich. Gehen, Schwimmen und Venengymnastik sind ideal.

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