Indikations-Match · Unterarmgehstützen

Oberschenkelfraktur — Unterarmgehstützen nach OP

Nach einer Oberschenkelfraktur sichern Unterarmgehstützen die geschützte Belastung während der langen Heilungsphase. Welcher Typ passt, wie der Belastungsaufbau abläuft und was Patient:innen beachten sollten.

ICD-10: S72.0 (Schenkelhalsfraktur) PG: PG 10 · Gehhilfen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Nach einer Oberschenkelfraktur kommen stabile Unterarmgehstützen aus Leichtmetall zum Einsatz. Sie ermöglichen die geschützte Teilbelastung des verletzten Beins und begleiten den Belastungsaufbau über mehrere Wochen bis zur vollen Belastbarkeit.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Eine Oberschenkelfraktur (Femurfraktur) umfasst Brüche des Oberschenkelknochens — häufig als Schenkelhalsfraktur bei älteren Patient:innen nach Sturz. Nach operativer Versorgung (Osteosynthese oder Prothese) ist eine langfristige Entlastung mit Unterarmgehstützen zwingend notwendig, um die Knochenheilung nicht zu gefährden.

ICD-10
S72.0
Schenkelhalsfraktur
Häufigkeit
ca. 120.000 Fälle/Jahr in DE
Vor allem ältere Patient:innen (>65 Jahre)
Therapieziel
Knochenheilung & Mobilisation
Geschützte Belastungssteigerung bis zur vollen Konsolidierung
Heilungsdauer
8–16 Wochen
Abhängig von Frakturtyp und Versorgung
02

Passende Gehhilfe

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Postoperativ (Woche 1–2)Unterarmgehstützen, beidseitigEntlastung des frakturierten Beins, erste Mobilisation unter Anleitung.Bei jeder Mobilisation
Teilbelastung (Woche 2–6)Unterarmgehstützen, beidseitigKontrollierte Belastung mit 15–20 kg, Dreipunktgang unter physiotherapeutischer Kontrolle.Ganztags bei Mobilität
Aufbelastung (Woche 6–12)Unterarmgehstütze, einseitig (kontralateral)Schrittweise Belastungssteigerung nach Röntgenkontrolle, Übergang zum freien Gehen.Bei Gehen, schrittweise reduzieren
Vollbelastung (ab Woche 12–16)Gehstock oder ohne GehhilfeFreies Gehen nach radiologisch bestätigter Konsolidierung, Gehstock als Sicherheit.Nach Bedarf

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe

  1. 1

    Operative Versorgung

    Osteosynthese (Marknagel, DHS) oder Prothese je nach Frakturtyp und Alter. Mobilisation beginnt am Folgetag.

    Im Krankenhaus
  2. 2

    Rezept bei Entlassung

    Entlassungsrezept für Unterarmgehstützen mit ICD-10 S72.0 und Angabe der Belastungsgrenze.

    Muster-16-Rezept
  3. 3

    Sanitätshaus oder Direktversorgung

    Höheneinstellung und Griffanpassung, Einweisung in den Dreipunktgang mit der vorgegebenen Teilbelastung.

    15 – 20 Minuten
  4. 4

    Rehabilitation

    Stationäre oder ambulante Reha mit Gangschule, Kräftigung und schrittweisem Belastungsaufbau.

    3 Wochen stationär oder ambulant
  5. 5

    Röntgenkontrolle und Freigabe

    Regelmäßige Röntgenkontrollen (nach 6 und 12 Wochen) — Belastungssteigerung nur nach Nachweis der Knochenheilung.

    Mehrere Termine
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Tipps für Patient:innen

Belastungsgrenze strikt einhalten

Die vom Operateur vorgegebene Teilbelastung (z. B. 15 kg) unbedingt einhalten — eine Personenwaage hilft, das Gewicht zu trainieren.

Thromboseprophylaxe beachten

Thrombosespritzen und Kompressionsstrümpfe konsequent verwenden — die Immobilität nach Femurfraktur erhöht das Thromboserisiko erheblich.

Sturzprävention priorisieren

Stolperfallen zu Hause beseitigen, Haltegriffe installieren und rutschfeste Unterlagen verwenden. Ein erneuter Sturz kann die Heilung massiv gefährden.

Geduld bei der Heilung

Oberschenkelfrakturen brauchen 3–4 Monate bis zur vollen Belastbarkeit. Die Stützen nicht eigenständig weglassen, sondern erst nach ärztlicher Freigabe.

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Häufige Fragen

Wie lange brauche ich Unterarmgehstützen nach einer Oberschenkelfraktur?

Je nach Frakturtyp und Versorgung 8–16 Wochen. Die Dauer wird durch regelmäßige Röntgenkontrollen bestimmt — erst bei gesicherter Knochenheilung darf die Belastung gesteigert werden.

Bezahlt die Krankenkasse die Unterarmgehstützen?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).

Darf ich nach einer Schenkelhalsfraktur sofort auftreten?

Das hängt von der OP-Methode ab. Nach Prothesenversorgung ist oft eine schmerzadaptierte Vollbelastung möglich, nach Osteosynthese nur Teilbelastung. Der Operateur legt die Belastungsgrenze individuell fest.

Was ist der Unterschied zwischen Schenkelhalsfraktur und Oberschenkelfraktur?

Die Schenkelhalsfraktur (S72.0) betrifft den Übergang zwischen Hüftkopf und Oberschenkelschaft. Sie ist die häufigste Form der Femurfraktur, besonders bei älteren Menschen nach Sturz.

Wann kann ich nach Oberschenkelfraktur wieder normal gehen?

Nach vollständiger Knochenheilung (meist 12–16 Wochen) und ärztlicher Freigabe. Das Gangbild normalisiert sich oft erst nach mehreren Monaten gezielter Physiotherapie.

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