Nach einer Knie-TEP werden höhenverstellbare Unterarmgehstützen eingesetzt. Sie sichern die schrittweise Aufbelastung des operierten Knies und schützen die Prothese während der Einheilphase.
Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10Die Diagnose — kurz erklärt
Die Knie-TEP (Totalendoprothese) ersetzt das verschlissene Kniegelenk durch ein künstliches Gelenk — meist bei fortgeschrittener Gonarthrose. Nach der Operation ist eine konsequente Mobilisation mit Unterarmgehstützen essenziell, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Prothese sicher einheilen zu lassen.
Passende Gehhilfe
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Versorgungstyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Frühmobilisation (postop Tag 1–3) | Unterarmgehstützen, beidseitig | Erste Schritte unter physiotherapeutischer Anleitung, Schmerzreduktion durch Entlastung. | Bei jeder Mobilisation |
| Teilbelastung (Woche 1–3) | Unterarmgehstützen, beidseitig | Kontrollierte Belastung mit 15–20 kg, Gangschulung im Dreipunktgang. | Ganztags bei Mobilität |
| Aufbelastung (Woche 3–6) | Unterarmgehstütze, einseitig (kontralateral) | Schrittweise Steigerung auf Vollbelastung, Sicherung des Gangbilds. | Bei Gehen, schrittweise reduzieren |
| Vollbelastung (ab Woche 6) | Ohne Gehhilfe oder Gehstock | Freies Gehen nach ärztlicher Freigabe, Gehstock als optionale Sicherheit. | Nach Bedarf |
Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe
- 1
OP und Erstmobilisation
Mobilisation beginnt am OP-Tag oder Folgetag — Unterarmgehstützen werden direkt im Krankenhaus bereitgestellt.
Im Krankenhaus - 2
Rezept bei Entlassung
Entlassungsrezept für Unterarmgehstützen mit ICD-10 Z96.65 und HMV-Nummer (PG 10).
Muster-16-Rezept - 3
Sanitätshaus oder Direktversorgung
Höheneinstellung, Griffanpassung und Einweisung in den korrekten Dreipunktgang.
15 – 20 Minuten - 4
Anschlussheilbehandlung
Stationäre oder ambulante Reha mit intensiver Physiotherapie — Bewegungstraining, Kräftigung, Gangschulung.
3 Wochen - 5
Nachkontrolle beim Operateur
Röntgenkontrolle nach 6 Wochen, Freigabe zur Vollbelastung und schrittweises Abtrainieren der Stützen.
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Tipps für Patient:innen
Kühlung und Hochlagerung
Nach Belastung das operierte Knie regelmäßig kühlen und hochlagern — das reduziert Schwellung und fördert die Heilung.
Beweglichkeit aktiv trainieren
Die Beugefähigkeit des Knies muss aktiv geübt werden — CPM-Schiene und Eigenübungen sind in den ersten Wochen entscheidend.
Kein Knien und kein Hocken
In den ersten 3 Monaten Knien, tiefes Hocken und Schneidersitz vermeiden — die Prothese braucht Zeit zur Stabilisierung.
Treppenregel beachten
Gesundes Bein zuerst hoch, operiertes Bein zuerst runter. Diese Regel gilt bis zur vollen Belastungsfreigabe.
Häufige Fragen
Wie lange brauche ich Unterarmgehstützen nach Knie-TEP?
Typischerweise 4–6 Wochen beidseitig, dann 1–2 Wochen einseitig. Die genaue Dauer bestimmt der Operateur anhand des Heilungsverlaufs und der Röntgenkontrolle.
Bezahlt die Krankenkasse die Unterarmgehstützen?
Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).
Darf ich nach Knie-TEP sofort voll belasten?
Das hängt von der OP-Methode ab. Bei zementierten Prothesen ist oft eine schmerzadaptierte Vollbelastung möglich, bei zementfreien eine Teilbelastung für 4–6 Wochen. Der Operateur gibt die individuelle Belastungsgrenze vor.
Welche Unterarmgehstützen sind nach Knie-TEP geeignet?
Standard-Leichtmetall-Unterarmgehstützen mit anatomischem Griff und rutschfester Kapsel. Bei längerer Nutzung empfehlen sich ergonomische Softgriffe zur Entlastung der Handgelenke.
Wann kann ich nach Knie-TEP wieder Auto fahren?
Frühestens nach 6 Wochen und nur nach ärztlicher Freigabe. Das operierte Knie muss ausreichend beugbar und belastbar sein für eine sichere Vollbremsung.