Indikations-Match · Unterarmgehstützen

Knie-TEP — welche Unterarmgehstützen helfen?

Nach einer Kniegelenksprothese (Knie-TEP) sichern Unterarmgehstützen die schrittweise Belastungssteigerung. Welcher Typ passt, wie die Reha abläuft und was Patient:innen beachten sollten.

ICD-10: Z96.65 (Vorhandensein einer Kniegelenksprothese) PG: PG 10 · Gehhilfen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Nach einer Knie-TEP werden höhenverstellbare Unterarmgehstützen eingesetzt. Sie sichern die schrittweise Aufbelastung des operierten Knies und schützen die Prothese während der Einheilphase.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Die Knie-TEP (Totalendoprothese) ersetzt das verschlissene Kniegelenk durch ein künstliches Gelenk — meist bei fortgeschrittener Gonarthrose. Nach der Operation ist eine konsequente Mobilisation mit Unterarmgehstützen essenziell, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Prothese sicher einheilen zu lassen.

ICD-10
Z96.65
Vorhandensein einer Kniegelenksprothese
Häufigkeit
ca. 190.000 Knie-TEPs/Jahr in DE
Zweithäufigste Endoprothese nach Hüft-TEP
Therapieziel
Beweglichkeit & Belastungsaufbau
Flexion von mind. 90° und schmerzfreies Gehen
Reha-Dauer
6–12 Wochen mit Stützen
Vollbelastung meist ab Woche 6
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Passende Gehhilfe

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Frühmobilisation (postop Tag 1–3)Unterarmgehstützen, beidseitigErste Schritte unter physiotherapeutischer Anleitung, Schmerzreduktion durch Entlastung.Bei jeder Mobilisation
Teilbelastung (Woche 1–3)Unterarmgehstützen, beidseitigKontrollierte Belastung mit 15–20 kg, Gangschulung im Dreipunktgang.Ganztags bei Mobilität
Aufbelastung (Woche 3–6)Unterarmgehstütze, einseitig (kontralateral)Schrittweise Steigerung auf Vollbelastung, Sicherung des Gangbilds.Bei Gehen, schrittweise reduzieren
Vollbelastung (ab Woche 6)Ohne Gehhilfe oder GehstockFreies Gehen nach ärztlicher Freigabe, Gehstock als optionale Sicherheit.Nach Bedarf

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe

  1. 1

    OP und Erstmobilisation

    Mobilisation beginnt am OP-Tag oder Folgetag — Unterarmgehstützen werden direkt im Krankenhaus bereitgestellt.

    Im Krankenhaus
  2. 2

    Rezept bei Entlassung

    Entlassungsrezept für Unterarmgehstützen mit ICD-10 Z96.65 und HMV-Nummer (PG 10).

    Muster-16-Rezept
  3. 3

    Sanitätshaus oder Direktversorgung

    Höheneinstellung, Griffanpassung und Einweisung in den korrekten Dreipunktgang.

    15 – 20 Minuten
  4. 4

    Anschlussheilbehandlung

    Stationäre oder ambulante Reha mit intensiver Physiotherapie — Bewegungstraining, Kräftigung, Gangschulung.

    3 Wochen
  5. 5

    Nachkontrolle beim Operateur

    Röntgenkontrolle nach 6 Wochen, Freigabe zur Vollbelastung und schrittweises Abtrainieren der Stützen.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Kühlung und Hochlagerung

Nach Belastung das operierte Knie regelmäßig kühlen und hochlagern — das reduziert Schwellung und fördert die Heilung.

Beweglichkeit aktiv trainieren

Die Beugefähigkeit des Knies muss aktiv geübt werden — CPM-Schiene und Eigenübungen sind in den ersten Wochen entscheidend.

Kein Knien und kein Hocken

In den ersten 3 Monaten Knien, tiefes Hocken und Schneidersitz vermeiden — die Prothese braucht Zeit zur Stabilisierung.

Treppenregel beachten

Gesundes Bein zuerst hoch, operiertes Bein zuerst runter. Diese Regel gilt bis zur vollen Belastungsfreigabe.

05

Häufige Fragen

Wie lange brauche ich Unterarmgehstützen nach Knie-TEP?

Typischerweise 4–6 Wochen beidseitig, dann 1–2 Wochen einseitig. Die genaue Dauer bestimmt der Operateur anhand des Heilungsverlaufs und der Röntgenkontrolle.

Bezahlt die Krankenkasse die Unterarmgehstützen?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).

Darf ich nach Knie-TEP sofort voll belasten?

Das hängt von der OP-Methode ab. Bei zementierten Prothesen ist oft eine schmerzadaptierte Vollbelastung möglich, bei zementfreien eine Teilbelastung für 4–6 Wochen. Der Operateur gibt die individuelle Belastungsgrenze vor.

Welche Unterarmgehstützen sind nach Knie-TEP geeignet?

Standard-Leichtmetall-Unterarmgehstützen mit anatomischem Griff und rutschfester Kapsel. Bei längerer Nutzung empfehlen sich ergonomische Softgriffe zur Entlastung der Handgelenke.

Wann kann ich nach Knie-TEP wieder Auto fahren?

Frühestens nach 6 Wochen und nur nach ärztlicher Freigabe. Das operierte Knie muss ausreichend beugbar und belastbar sein für eine sichere Vollbremsung.

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