Nach einer Hüft-TEP werden anatomisch geformte Unterarmgehstützen eingesetzt. Sie ermöglichen die kontrollierte Teilbelastung des operierten Beins und sichern die schrittweise Aufbelastung bis zur Vollbelastung.
Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10Die Diagnose — kurz erklärt
Die Hüft-TEP (Totalendoprothese) ist ein künstliches Hüftgelenk, das bei fortgeschrittener Arthrose, Schenkelhalsfraktur oder Hüftkopfnekrose eingesetzt wird. Nach der Operation ist eine schrittweise Belastungssteigerung unter Entlastung mit Unterarmgehstützen der Standardversorgungsweg — typischerweise über 6 bis 12 Wochen.
Passende Gehhilfe
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Versorgungstyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Postoperativ (Tag 1–3) | Unterarmgehstützen, beidseitig | Komplette Entlastung des OP-Beins, erste Mobilisation im Krankenhaus. | Bei jedem Aufstehen |
| Teilbelastung (Woche 1–4) | Unterarmgehstützen, beidseitig | Kontrollierte Belastung mit 15–20 kg auf dem OP-Bein, Gangschulung. | Ganztags bei Mobilität |
| Aufbelastung (Woche 4–8) | Unterarmgehstütze, einseitig (kontralateral) | Schrittweise Steigerung auf Vollbelastung, Sicherung des Gangbilds. | Bei Gehen, schrittweise reduzieren |
| Vollbelastung (ab Woche 8–12) | Ohne Gehhilfe oder Gehstock | Freies Gehen nach ärztlicher Freigabe, Gehstock als Sicherheitsreserve. | Nach Bedarf |
Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe
- 1
OP und Erstmobilisation
Bereits am OP-Tag oder am Folgetag beginnt die Mobilisation mit Unterarmgehstützen unter physiotherapeutischer Anleitung.
Im Krankenhaus - 2
Rezept bei Entlassung
Das Krankenhaus stellt ein Rezept für Unterarmgehstützen aus — oft werden sie direkt vor Ort ausgegeben.
Muster-16-Rezept - 3
Sanitätshaus oder Direktversorgung
Höheneinstellung, Griffanpassung und Einweisung in den korrekten Dreipunktgang.
15 – 20 Minuten - 4
Reha-Phase
In der Anschlussheilbehandlung (AHB) wird die Belastung schrittweise gesteigert — Unterarmgehstützen bleiben die Hauptstütze.
3 Wochen stationär oder ambulant - 5
Nachkontrolle beim Operateur
Röntgenkontrolle nach 6–12 Wochen, Freigabe zur Vollbelastung und ggf. Abtrainieren der Gehstützen.
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Tipps für Patient:innen
Dreipunktgang üben
Die korrekte Gehtechnik ist entscheidend: Beide Stützen und das OP-Bein gleichzeitig vorsetzen, dann das gesunde Bein nachziehen.
Belastungsgrenze einhalten
Die vom Operateur vorgegebene Belastungsgrenze (z. B. 20 kg) unbedingt einhalten — zu frühe Vollbelastung gefährdet die Prothesenfixierung.
Sturzprävention zu Hause
Stolperfallen wie lose Teppiche und Kabel entfernen. Haltegriffe im Bad und an der Toilette anbringen.
Nicht zu früh absetzen
Unterarmgehstützen erst nach ärztlicher Freigabe weglassen — auch wenn das Gehen subjektiv schmerzfrei ist.
Häufige Fragen
Wie lange brauche ich Unterarmgehstützen nach Hüft-TEP?
In der Regel 6–12 Wochen. Die genaue Dauer hängt von der OP-Methode (zementiert oder zementfrei), der Knochenqualität und dem individuellen Heilungsverlauf ab.
Bezahlt die Krankenkasse die Unterarmgehstützen?
Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten vollständig oder abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).
Darf ich nach Hüft-TEP Treppen steigen?
Ja, mit der Regel: Gesundes Bein zuerst hoch, operiertes Bein zuerst runter. Die Unterarmgehstützen geben dabei Sicherheit. Physiotherapeut:innen üben das Treppensteigen gezielt.
Welche Unterarmgehstützen sind nach Hüft-TEP geeignet?
Standard-Unterarmgehstützen aus Leichtmetall mit anatomischem Handgriff und rutschfester Gummikapsel. Ergonomische Softgriffe reduzieren den Druck auf die Handgelenke bei längerer Nutzung.
Wann darf ich nach Hüft-TEP ohne Stützen gehen?
Nach der Röntgenkontrolle (meist nach 6–12 Wochen) und ärztlicher Freigabe. Die Stützen werden dann schrittweise abtrainiert — erst eine weglassen, dann ganz ohne.