Indikations-Match · Unterarmgehstützen

Hüft-TEP — welche Unterarmgehstützen helfen?

Nach einer Hüftgelenksprothese (Hüft-TEP) sichern Unterarmgehstützen die Teilbelastung während der Rehabilitation. Welcher Typ passt, wie lange sie nötig sind und was Patient:innen beachten sollten.

ICD-10: Z96.64 (Vorhandensein einer Hüftgelenksprothese) PG: PG 10 · Gehhilfen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Nach einer Hüft-TEP werden anatomisch geformte Unterarmgehstützen eingesetzt. Sie ermöglichen die kontrollierte Teilbelastung des operierten Beins und sichern die schrittweise Aufbelastung bis zur Vollbelastung.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Die Hüft-TEP (Totalendoprothese) ist ein künstliches Hüftgelenk, das bei fortgeschrittener Arthrose, Schenkelhalsfraktur oder Hüftkopfnekrose eingesetzt wird. Nach der Operation ist eine schrittweise Belastungssteigerung unter Entlastung mit Unterarmgehstützen der Standardversorgungsweg — typischerweise über 6 bis 12 Wochen.

ICD-10
Z96.64
Vorhandensein einer Hüftgelenksprothese
Häufigkeit
ca. 240.000 Hüft-TEPs/Jahr in DE
Einer der häufigsten orthopädischen Eingriffe
Therapieziel
Kontrollierte Aufbelastung
Schutz der Prothese während der Einheilphase
Reha-Dauer
6–12 Wochen
Abhängig von OP-Methode und Knochenqualität
02

Passende Gehhilfe

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Postoperativ (Tag 1–3)Unterarmgehstützen, beidseitigKomplette Entlastung des OP-Beins, erste Mobilisation im Krankenhaus.Bei jedem Aufstehen
Teilbelastung (Woche 1–4)Unterarmgehstützen, beidseitigKontrollierte Belastung mit 15–20 kg auf dem OP-Bein, Gangschulung.Ganztags bei Mobilität
Aufbelastung (Woche 4–8)Unterarmgehstütze, einseitig (kontralateral)Schrittweise Steigerung auf Vollbelastung, Sicherung des Gangbilds.Bei Gehen, schrittweise reduzieren
Vollbelastung (ab Woche 8–12)Ohne Gehhilfe oder GehstockFreies Gehen nach ärztlicher Freigabe, Gehstock als Sicherheitsreserve.Nach Bedarf

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe

  1. 1

    OP und Erstmobilisation

    Bereits am OP-Tag oder am Folgetag beginnt die Mobilisation mit Unterarmgehstützen unter physiotherapeutischer Anleitung.

    Im Krankenhaus
  2. 2

    Rezept bei Entlassung

    Das Krankenhaus stellt ein Rezept für Unterarmgehstützen aus — oft werden sie direkt vor Ort ausgegeben.

    Muster-16-Rezept
  3. 3

    Sanitätshaus oder Direktversorgung

    Höheneinstellung, Griffanpassung und Einweisung in den korrekten Dreipunktgang.

    15 – 20 Minuten
  4. 4

    Reha-Phase

    In der Anschlussheilbehandlung (AHB) wird die Belastung schrittweise gesteigert — Unterarmgehstützen bleiben die Hauptstütze.

    3 Wochen stationär oder ambulant
  5. 5

    Nachkontrolle beim Operateur

    Röntgenkontrolle nach 6–12 Wochen, Freigabe zur Vollbelastung und ggf. Abtrainieren der Gehstützen.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Dreipunktgang üben

Die korrekte Gehtechnik ist entscheidend: Beide Stützen und das OP-Bein gleichzeitig vorsetzen, dann das gesunde Bein nachziehen.

Belastungsgrenze einhalten

Die vom Operateur vorgegebene Belastungsgrenze (z. B. 20 kg) unbedingt einhalten — zu frühe Vollbelastung gefährdet die Prothesenfixierung.

Sturzprävention zu Hause

Stolperfallen wie lose Teppiche und Kabel entfernen. Haltegriffe im Bad und an der Toilette anbringen.

Nicht zu früh absetzen

Unterarmgehstützen erst nach ärztlicher Freigabe weglassen — auch wenn das Gehen subjektiv schmerzfrei ist.

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Häufige Fragen

Wie lange brauche ich Unterarmgehstützen nach Hüft-TEP?

In der Regel 6–12 Wochen. Die genaue Dauer hängt von der OP-Methode (zementiert oder zementfrei), der Knochenqualität und dem individuellen Heilungsverlauf ab.

Bezahlt die Krankenkasse die Unterarmgehstützen?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten vollständig oder abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).

Darf ich nach Hüft-TEP Treppen steigen?

Ja, mit der Regel: Gesundes Bein zuerst hoch, operiertes Bein zuerst runter. Die Unterarmgehstützen geben dabei Sicherheit. Physiotherapeut:innen üben das Treppensteigen gezielt.

Welche Unterarmgehstützen sind nach Hüft-TEP geeignet?

Standard-Unterarmgehstützen aus Leichtmetall mit anatomischem Handgriff und rutschfester Gummikapsel. Ergonomische Softgriffe reduzieren den Druck auf die Handgelenke bei längerer Nutzung.

Wann darf ich nach Hüft-TEP ohne Stützen gehen?

Nach der Röntgenkontrolle (meist nach 6–12 Wochen) und ärztlicher Freigabe. Die Stützen werden dann schrittweise abtrainiert — erst eine weglassen, dann ganz ohne.

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