Zur Sturzprophylaxe im Alter wird ein stabiler Rollator mit Feststellbremse und Sitzfläche eingesetzt. Er bietet eine sichere Stütze beim Gehen, verhindert Gleichgewichtsverlust und ermöglicht Gehpausen bei Unsicherheit.
Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10Die Diagnose — kurz erklärt
Sturzneigung im Alter entsteht durch nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsprobleme, Sehverschlechterung und Medikamentennebenwirkungen. Jeder dritte Mensch über 65 stürzt mindestens einmal pro Jahr. Ein Rollator ist eines der wirksamsten Mittel zur Sturzprävention im Alltag.
Passende Gehhilfe
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Versorgungstyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Leichte Sturzgefährdung | Leichtgewicht-Rollator mit Sitzfläche | Stütze bei Unsicherheit, Pausenmöglichkeit bei Ermüdung. | Bei Bedarf, v. a. außer Haus |
| Mittlere Sturzgefährdung | Standard-Rollator mit breiter Radstellung | Erhöhte Kippsicherheit, stabile Führung auch auf unebenem Boden. | Ganztags bei allen Gehstrecken |
| Hohe Sturzgefährdung | Indoor-Rollator mit Unterarmauflagen | Maximale Stützfunktion, sicheres Gehen auch in der Wohnung. | Dauerhaft, drinnen und draußen |
| Nach Sturzereignis | Rollator mit Aufstehhilfe und breiter Sitzfläche | Angstreduktion nach Sturz, sichere Mobilisierung während der Genesung. | Ganztags, schrittweise Reduktion nach Stabilisierung |
Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe
- 1
Ärztliche Sturzrisikobeurteilung
Hausarzt oder Geriater führt eine Sturzanamnese durch (Sturzhistorie, Medikamente, Mobilität) und verordnet einen Rollator.
1 Termin - 2
Rezept ausstellen
Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 R29.6 und Hilfsmittelnummer (PG 10).
HMV-Nummer angeben - 3
Sanitätshaus aufsuchen
Individuelle Beratung: Körpergröße, Gewicht, Wohnsituation und bisherige Stürze werden erfasst.
30 – 45 Minuten - 4
Anpassung & Gehtraining
Rollator wird eingestellt, Bremsbedienung geübt und typische Alltagssituationen (Bordstein, Türschwelle) trainiert.
30 – 45 Minuten - 5
Nachkontrolle
Kontrolle nach 2–4 Wochen: Sicherheit im Umgang, Gangbild und Einstellung überprüfen.
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Tipps für Patient:innen
Wohnung rollator-tauglich machen
Teppichkanten entfernen, Schwellen abflachen und Möbel so stellen, dass der Rollator überall durchpasst. Stolperfallen sind der häufigste Auslöser für Stürze.
Bremsen immer feststellen
Vor dem Hinsetzen oder Aufstehen immer die Feststellbremse aktivieren. Ein wegrollender Rollator ist eine der häufigsten Unfallursachen.
Schuhe mit Halt tragen
Feste, geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle tragen. Pantoffeln und Socken auf glattem Boden erhöhen das Sturzrisiko.
Beleuchtung verbessern
Nachts Bewegungsmelder-Lichter installieren — der Weg zwischen Bett und Bad ist die häufigste Sturzstelle in der Wohnung.
Häufige Fragen
Wann brauche ich zur Sturzprophylaxe einen Rollator?
Sobald die Gangsicherheit nachlässt, es zu Schwindelattacken kommt oder bereits ein Sturz stattgefunden hat. Auch bei Medikamenten, die Schwindel verursachen, ist ein Rollator sinnvoll.
Bezahlt die Krankenkasse einen Rollator zur Sturzprophylaxe?
Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten für ein Kassenmodell abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).
Welcher Rollator ist für die Wohnung geeignet?
Indoor-Rollatoren sind schmaler, leichter und wendiger als Outdoor-Modelle. Ideal sind Modelle unter 60 cm Breite mit schwenkbaren Vorderrädern.
Hilft ein Rollator wirklich gegen Stürze?
Ja, Studien zeigen eine deutliche Reduktion der Sturzrate bei konsequenter Nutzung. Voraussetzung ist die korrekte Einstellung und regelmäßiges Gehtraining.
Was tun bei Sturzangst trotz Rollator?
Sturzangst ist weit verbreitet und kann die Mobilität stark einschränken. Eine Kombination aus Rollator-Training, Physiotherapie und ggf. psychologischer Beratung hilft, das Vertrauen in die eigene Gehfähigkeit zurückzugewinnen.