Indikations-Match · Rollatoren

Sturzprophylaxe im Alter — welcher Rollator hilft?

Stürze sind im Alter eine der häufigsten Ursachen für Pflegebedürftigkeit. Ein Rollator gibt Stabilität, verhindert Stürze und erhält die Selbstständigkeit. Welches Modell passt und wie die Versorgung funktioniert.

ICD-10: R29.6 (Sturzneigung, anderenorts nicht klassifiziert) PG: PG 10 · Gehhilfen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Zur Sturzprophylaxe im Alter wird ein stabiler Rollator mit Feststellbremse und Sitzfläche eingesetzt. Er bietet eine sichere Stütze beim Gehen, verhindert Gleichgewichtsverlust und ermöglicht Gehpausen bei Unsicherheit.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Sturzneigung im Alter entsteht durch nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsprobleme, Sehverschlechterung und Medikamentennebenwirkungen. Jeder dritte Mensch über 65 stürzt mindestens einmal pro Jahr. Ein Rollator ist eines der wirksamsten Mittel zur Sturzprävention im Alltag.

ICD-10
R29.6
Sturzneigung, anderenorts nicht klassifiziert
Häufigkeit
ca. 30 % der über 65-Jährigen
Mindestens ein Sturz pro Jahr
Therapieziel
Sturzprävention & Selbstständigkeit
Rollator, Krafttraining, Wohnraumanpassung
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Passende Gehhilfe

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Leichte SturzgefährdungLeichtgewicht-Rollator mit SitzflächeStütze bei Unsicherheit, Pausenmöglichkeit bei Ermüdung.Bei Bedarf, v. a. außer Haus
Mittlere SturzgefährdungStandard-Rollator mit breiter RadstellungErhöhte Kippsicherheit, stabile Führung auch auf unebenem Boden.Ganztags bei allen Gehstrecken
Hohe SturzgefährdungIndoor-Rollator mit UnterarmauflagenMaximale Stützfunktion, sicheres Gehen auch in der Wohnung.Dauerhaft, drinnen und draußen
Nach SturzereignisRollator mit Aufstehhilfe und breiter SitzflächeAngstreduktion nach Sturz, sichere Mobilisierung während der Genesung.Ganztags, schrittweise Reduktion nach Stabilisierung

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe

  1. 1

    Ärztliche Sturzrisikobeurteilung

    Hausarzt oder Geriater führt eine Sturzanamnese durch (Sturzhistorie, Medikamente, Mobilität) und verordnet einen Rollator.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 R29.6 und Hilfsmittelnummer (PG 10).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Individuelle Beratung: Körpergröße, Gewicht, Wohnsituation und bisherige Stürze werden erfasst.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Anpassung & Gehtraining

    Rollator wird eingestellt, Bremsbedienung geübt und typische Alltagssituationen (Bordstein, Türschwelle) trainiert.

    30 – 45 Minuten
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Sicherheit im Umgang, Gangbild und Einstellung überprüfen.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Wohnung rollator-tauglich machen

Teppichkanten entfernen, Schwellen abflachen und Möbel so stellen, dass der Rollator überall durchpasst. Stolperfallen sind der häufigste Auslöser für Stürze.

Bremsen immer feststellen

Vor dem Hinsetzen oder Aufstehen immer die Feststellbremse aktivieren. Ein wegrollender Rollator ist eine der häufigsten Unfallursachen.

Schuhe mit Halt tragen

Feste, geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle tragen. Pantoffeln und Socken auf glattem Boden erhöhen das Sturzrisiko.

Beleuchtung verbessern

Nachts Bewegungsmelder-Lichter installieren — der Weg zwischen Bett und Bad ist die häufigste Sturzstelle in der Wohnung.

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Häufige Fragen

Wann brauche ich zur Sturzprophylaxe einen Rollator?

Sobald die Gangsicherheit nachlässt, es zu Schwindelattacken kommt oder bereits ein Sturz stattgefunden hat. Auch bei Medikamenten, die Schwindel verursachen, ist ein Rollator sinnvoll.

Bezahlt die Krankenkasse einen Rollator zur Sturzprophylaxe?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten für ein Kassenmodell abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €).

Welcher Rollator ist für die Wohnung geeignet?

Indoor-Rollatoren sind schmaler, leichter und wendiger als Outdoor-Modelle. Ideal sind Modelle unter 60 cm Breite mit schwenkbaren Vorderrädern.

Hilft ein Rollator wirklich gegen Stürze?

Ja, Studien zeigen eine deutliche Reduktion der Sturzrate bei konsequenter Nutzung. Voraussetzung ist die korrekte Einstellung und regelmäßiges Gehtraining.

Was tun bei Sturzangst trotz Rollator?

Sturzangst ist weit verbreitet und kann die Mobilität stark einschränken. Eine Kombination aus Rollator-Training, Physiotherapie und ggf. psychologischer Beratung hilft, das Vertrauen in die eigene Gehfähigkeit zurückzugewinnen.

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