Indikations-Match · Rollatoren

Kniearthrose — welcher Rollator hilft?

Bei Kniearthrose entlastet ein Rollator das betroffene Kniegelenk und verlängert die schmerzfreie Gehstrecke. Welcher Rollatortyp passt, was bei der Anpassung wichtig ist und wie die Kassenversorgung funktioniert.

ICD-10: M17.9 (Gonarthrose, nicht näher bezeichnet) PG: PG 10 · Gehhilfen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei Kniearthrose wird ein Rollator mit ergonomischen Griffen und Sitzfläche für Gehpausen eingesetzt. Er verlagert Gewicht auf die Arme, reduziert die Kniebelastung und ermöglicht längere Gehstrecken ohne Überlastung.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Kniearthrose (Gonarthrose) ist der fortschreitende Verschleiß des Kniegelenkknorpels. Sie äußert sich durch Belastungsschmerz, Schwellungen und zunehmende Einschränkung der Gehstrecke. Ein Rollator gibt Sicherheit und erlaubt es, trotz Schmerzen mobil zu bleiben.

ICD-10
M17.9
Gonarthrose, nicht näher bezeichnet
Häufigkeit
ca. 8 % der Erwachsenen über 55
Häufigste Gelenkerkrankung weltweit
Therapieziel
Gelenkentlastung & Gehstreckenerhalt
Rollator, Physiotherapie, ggf. Knie-TEP
02

Passende Gehhilfe

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Leichte GonarthroseLeichtgewicht-Rollator mit SoftgriffenTeilentlastung des Kniegelenks bei längeren Gehstrecken, Schmerzlinderung.Bei Bedarf, v. a. bei längeren Wegen
Mittelschwere GonarthroseRollator mit Sitzfläche und RückengurtDauerhafte Entlastung mit Pausenmöglichkeit bei Belastungsschmerz.Ganztags bei allen Gehstrecken
Nach Knie-TEPLeichtgewicht-Rollator mit großen RädernSichere Mobilisierung im Rehabilitationsprozess, schrittweiser Belastungsaufbau.6–12 Wochen postoperativ
LangzeitversorgungOutdoor-Rollator mit gefedertem RahmenStoßdämpfung auf unebenem Untergrund, langfristiger Mobilitätserhalt.Dauerhaft im Außenbereich

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Orthopäde diagnostiziert die Gonarthrose (Röntgen, ggf. MRT) und beurteilt den Versorgungsbedarf.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 M17.9 und Hilfsmittelnummer (PG 10).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Individuelle Beratung: Körpergröße, Gewicht, Einsatzbereich und besondere Anforderungen werden besprochen.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Anpassung & Einweisung

    Griffhöhe wird eingestellt, Bremsbedienung geübt und das sichere Auf- und Zusammenklappen erklärt.

    20 – 30 Minuten
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Gangbild, Griffhöhe und Bremsfunktion werden überprüft.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Sitzfläche aktiv nutzen

Bei Belastungsschmerz regelmäßige Gehpausen auf der Sitzfläche einlegen — lieber kurze Strecken mit Pausen als eine Strecke bis zum Schmerzmaximum.

Nicht am Rollator hochziehen

Beim Aufstehen nicht am Rollator ziehen — stattdessen die Bremsen feststellen und sich mit beiden Händen von der Sitzfläche hochdrücken.

Rollator ans Gelände anpassen

Für draußen Modelle mit großen Rädern und Federung wählen. Für drinnen reichen kleine, wendige Räder.

Bewegung bleibt wichtig

Der Rollator ist Hilfsmittel, kein Ersatz für Bewegung. Regelmäßige Knieübungen und Physiotherapie erhalten die Restbeweglichkeit.

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Häufige Fragen

Welcher Rollator eignet sich bei Kniearthrose?

Ein Leichtgewicht-Rollator mit höhenverstellbaren ergonomischen Griffen und Sitzfläche eignet sich am besten. Bei starker Gonarthrose sind Modelle mit Federung empfehlenswert.

Bezahlt die Krankenkasse einen Rollator bei Kniearthrose?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten für ein Kassenmodell abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €). Komfortausstattung ist als Aufzahlung möglich.

Ab welchem Stadium der Kniearthrose brauche ich einen Rollator?

Sobald die Gehstrecke deutlich eingeschränkt ist oder die Sturzgefahr steigt, ist ein Rollator sinnvoll. Das ist oft ab Stadium II–III (nach Kellgren-Lawrence) der Fall.

Brauche ich nach einer Knie-OP einen Rollator?

Ja, in der Regel wird nach einer Knie-TEP zunächst ein Rollator verordnet. Nach 6–12 Wochen Rehabilitation wird auf Gehstock oder freies Gehen umgestellt.

Kann ein Rollator die Kniearthrose verschlimmern?

Nein, ein korrekt eingestellter Rollator entlastet das Knie. Wichtig ist die richtige Griffhöhe, damit keine Fehlhaltung entsteht.

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