Indikations-Match · Rollatoren

Hüftarthrose — welcher Rollator hilft?

Bei Hüftarthrose entlastet ein Rollator das betroffene Gelenk und ermöglicht schmerzärmeres Gehen. Welcher Rollatortyp passt, worauf bei der Einstellung zu achten ist und wie die Versorgung über die Krankenkasse funktioniert.

ICD-10: M16.9 (Koxarthrose, nicht näher bezeichnet) PG: PG 10 · Gehhilfen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei Hüftarthrose wird ein höhenverstellbarer Rollator mit ergonomischen Griffen eingesetzt. Er verlagert das Körpergewicht auf die Arme, entlastet das erkrankte Hüftgelenk und ermöglicht längere Gehstrecken bei weniger Schmerz.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10
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Die Diagnose — kurz erklärt

Hüftarthrose (Koxarthrose) ist der fortschreitende Verschleiß des Hüftgelenkknorpels. Typische Symptome sind Anlaufschmerzen, eingeschränkte Gehstrecke und zunehmende Steifigkeit. Ein Rollator gibt Stabilität und erlaubt es, die Gehstrecke trotz Schmerzen aufrechtzuerhalten.

ICD-10
M16.9
Koxarthrose, nicht näher bezeichnet
Häufigkeit
ca. 5 % der über 60-Jährigen
Häufigste Ursache für Hüftschmerzen im Alter
Therapieziel
Schmerzreduktion & Mobilitätserhalt
Kombination aus Rollator, Physiotherapie und ggf. OP
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Passende Gehhilfe

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Versorgungstypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseVersorgungstypWirkungTragezeit
Leichte ArthroseLeichtgewicht-Rollator mit ergonomischen GriffenGewichtsentlastung des Hüftgelenks bei längeren Strecken, Schmerzreduktion.Bei Bedarf, v. a. außer Haus
Mittelschwere ArthroseStandard-Rollator mit Sitzfläche und RückengurtDauerhafte Entlastung, Möglichkeit für Gehpausen bei Belastungsschmerz.Ganztags bei allen Gehstrecken
Schwere ArthroseSchwerlast-Rollator mit breiter AuflageflächeMaximale Stabilität und Gewichtsübernahme, Sturzprophylaxe.Dauerhaft, inklusive Innenbereich
Postoperativ (Hüft-TEP)Leichtgewicht-Rollator mit UnterarmauflagenSchonende Mobilisierung nach Hüftgelenkersatz, schrittweiser Belastungsaufbau.6–12 Wochen postoperativ, dann Überprüfung

Versorgungswahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Gehhilfe

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Orthopäde oder Hausarzt diagnostiziert die Koxarthrose (Röntgen, ggf. MRT) und verordnet einen Rollator.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 M16.9 und Hilfsmittelnummer (PG 10).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Individuelle Beratung: Körpergröße, Gewicht, Einsatzbereich und Griffhöhe werden ermittelt.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Anpassung & Einweisung

    Rollator wird auf die richtige Griffhöhe eingestellt, Bremsen erklärt und das sichere Gehen geübt.

    20 – 30 Minuten
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Griffhöhe, Bremsfunktion und Gangbild überprüfen.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Griffhöhe korrekt einstellen

Die Griffe sollten auf Höhe der Handgelenke sein, wenn die Arme locker hängen. Zu hohe oder zu tiefe Griffe belasten Schultern und Rücken.

Bremsen regelmäßig prüfen

Die Feststellbremse muss zuverlässig arretieren — besonders beim Hinsetzen auf die Sitzfläche. Bremsen mindestens alle 3 Monate kontrollieren lassen.

Aufrechte Haltung bewahren

Nicht nach vorn über den Rollator beugen. Aufrechtes Gehen entlastet die Hüfte besser und beugt Rückenschmerzen vor.

Rollator auch drinnen nutzen

Bei fortgeschrittener Arthrose den Rollator auch in der Wohnung verwenden — Teppichkanten entfernen und Wege freihalten.

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Häufige Fragen

Welcher Rollator eignet sich bei Hüftarthrose?

Ein Leichtgewicht-Rollator mit ergonomischen Softgriffen und individuell einstellbarer Griffhöhe eignet sich am besten. Bei schwerer Arthrose empfiehlt sich ein Modell mit Unterarmauflagen.

Bezahlt die Krankenkasse einen Rollator bei Hüftarthrose?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten für ein Kassenmodell abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 €). Mehrausstattung ist als Aufzahlung möglich.

Kann ich mit Hüftarthrose noch ohne Rollator gehen?

Das hängt vom Stadium ab. Bei leichter Arthrose reicht oft ein Gehstock. Bei zunehmender Gehstrecken-Einschränkung und Sturzrisiko bietet ein Rollator deutlich mehr Sicherheit und Entlastung.

Brauche ich nach einer Hüft-OP weiterhin einen Rollator?

In den ersten 6–12 Wochen nach einer Hüft-TEP ist ein Rollator Standardversorgung. Danach wird je nach Rehabilitationsfortschritt auf Gehstock oder freies Gehen umgestellt.

Wie pflege ich meinen Rollator richtig?

Regelmäßig Bremsen und Räder prüfen, Scharniere ölen und den Rahmen auf Beschädigungen kontrollieren. Mindestens einmal jährlich zur Wartung ins Sanitätshaus.

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