Die fachgerechte Anpassung eines Rollators umfasst Höheneinstellung, Bremsenprüfung, Zubehörauswahl und einen Sicherheitscheck. Eine korrekte Anpassung ist Voraussetzung für die sichere Nutzung und gehört zur Dokumentationspflicht des Sanitätshauses.
Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 10, Leitlinien der DGIHVAnpassungsschritte
Die Rollator-Anpassung folgt einem standardisierten Ablauf — jeder Schritt muss dokumentiert werden.
- 1
Griffhöhe einstellen
Patient stellt sich aufrecht neben den Rollator, Arme hängen locker. Griffhöhe auf Höhe des Handgelenks (Processus styloideus ulnae) einstellen. Leichte Beugung im Ellenbogen (ca. 15–20°) kontrollieren.
Wichtigster Einstellungsparameter - 2
Bremsen prüfen und einstellen
Feststellbremse und Handbremse testen. Bremszüge auf korrekte Spannung prüfen — die Bremse muss mit normaler Handkraft betätigt werden können. Bremsbeläge auf Verschleiß prüfen.
- 3
Räder und Bereifung kontrollieren
Alle vier Räder auf Leichtgängigkeit und Geradeauslauf prüfen. Reifenprofil und Luftdruck (bei Luftbereifung) kontrollieren. Schwenkräder auf einwandfreie Funktion testen.
- 4
Zubehör montieren und anpassen
Tablett, Korb, Rückengurt oder Stockhalter je nach Bedarf montieren. Zubehör darf die Standsicherheit und das Fahrverhalten nicht beeinträchtigen.
- 5
Sicherheitscheck und Einweisung
Gesamtcheck: Klappmechanismus, Standsicherheit, Kippgefahr. Patienten in die korrekte Benutzung einweisen — Bremstechnik, Aufstehen/Hinsetzen, Bordsteinkanten. Einweisung dokumentieren.
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Häufige Anpassungsfehler
Diese Fehler gefährden die Sicherheit des Patienten und können haftungsrechtliche Folgen haben.
- 1
Griffhöhe zu hoch eingestellt
Patient zieht die Schultern hoch und verkrampft — Nacken- und Schulterschmerzen, unsicherer Gang. Die Griffhöhe muss mit locker hängenden Armen eingestellt werden.
- 2
Griffhöhe zu niedrig eingestellt
Patient beugt sich nach vorn und verlagert den Schwerpunkt über den Rollator — erhöhte Sturzgefahr, Rückenschmerzen. Kontrolle: Ellenbogenwinkel ca. 15–20°.
- 3
Bremsen nicht geprüft
Rollator mit schlecht eingestellten Bremsen abgegeben — Patient kann den Rollator an Gefälle nicht kontrollieren. Feststellbremse und Handbremse müssen bei jeder Anpassung getestet werden.
- 4
Keine Einweisung dokumentiert
Patient wurde mündlich eingewiesen, aber die Einweisung nicht dokumentiert. Bei einem Unfall fehlt der Nachweis der fachgerechten Versorgung.
- 5
Zubehör beeinträchtigt Standsicherheit
Schwere Einkaufstasche am Rollator verlagert den Schwerpunkt — Kippgefahr nach hinten. Zubehör muss auf Kompatibilität und Standsicherheit geprüft werden.
Einstellungsparameter im Überblick
Alle relevanten Einstellungsparameter für die Rollator-Anpassung.
| Parameter | Richtwert | Prüfmethode | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Griffhöhe | Handgelenkshöhe, 15–20° Ellenbogenbeugung | Aufrechter Stand, Arme locker | Höhe in cm notieren |
| Handbremskraft | Betätigung mit normaler Handkraft | Funktionstest, Bremszugspannung | Funktionsfähig: ja/nein |
| Feststellbremse | Sicherer Stand bei angezogener Bremse | Rollator auf ebenem Boden fixieren | Funktionsfähig: ja/nein |
| Räder/Bereifung | Leichtgängig, gerader Lauf | Sichtprüfung, Rolltest | Zustand notieren |
| Klappmechanismus | Einwandfreie Funktion, kein Spiel | Auf- und Zuklappen testen | Funktionsfähig: ja/nein |
| Gesamtgewicht mit Zubehör | Standsicher, kein Kippen | Belastungstest mit Zubehör | Standsicher: ja/nein |
Praxistipp
Probelauf im Geschäft: Lassen Sie den Patienten nach der Anpassung mindestens 10 Meter im Sanitätshaus gehen — geradeaus und um eine Kurve. So erkennen Sie sofort, ob die Griffhöhe stimmt und der Patient sicher bremst. Das dauert zwei Minuten und verhindert Rückrufe.
Anpassungsprotokoll standardisieren: Nutzen Sie ein Formular, das alle Einstellungsparameter, die Patienteneinweisung und die Unterschrift des Patienten erfasst. Das Protokoll ist bei Kassenprüfungen und im Haftungsfall Ihre Absicherung.
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Häufige Fragen aus der Praxis
Auf welche Höhe stelle ich einen Rollator ein?
Die Griffhöhe wird auf Höhe des Handgelenks (Processus styloideus ulnae) eingestellt. Der Patient steht aufrecht mit locker hängenden Armen neben dem Rollator. Im Ergebnis sollte der Ellenbogen ca. 15–20° gebeugt sein.
Muss ich die Rollator-Anpassung dokumentieren?
Ja. Die fachgerechte Anpassung und die Einweisung des Patienten müssen dokumentiert werden. Das Anpassungsprotokoll ist bei Kassenprüfungen und im Haftungsfall erforderlich.
Wie oft sollten die Bremsen geprüft werden?
Bei jeder Anpassung und Abgabe. Danach empfiehlt sich eine halbjährliche Kontrolle — viele Sanitätshäuser bieten einen kostenlosen Bremscheck an, was auch die Kundenbindung stärkt.
Welches Zubehör ist über die Kasse abrechenbar?
Medizinisch notwendiges Zubehör (z. B. Rückengurt bei Sturzgefahr) ist über HMV 10.51 abrechenbar. Komfortzubehör (z. B. Getränkehalter) trägt der Patient selbst.
Was mache ich, wenn der Rollator nach der Anpassung nicht passt?
Nachjustierung ist Teil der Versorgung. Laden Sie den Patienten zur erneuten Anpassung ein. Dokumentieren Sie die Änderungen im Anpassungsprotokoll. Dauerhaft unpassende Modelle können ggf. gegen ein besser geeignetes Modell getauscht werden.