Indikations-Match · Vorfuß

Morton-Neurom — Einlage und Versorgung

Bei Morton-Neurom entlastet eine Einlage mit Butterfly-Pelotte den komprimierten Nerv zwischen den Metatarsalköpfchen. Welche Einlagentypen passen und wie der Versorgungsweg aussieht.

ICD-10: G57.6 (Läsion des N. plantaris — Morton-Metatarsalgie) PG: PG 08 · Einlagen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Beim Morton-Neurom kommen Einlagen mit Butterfly-Pelotte (Metatarsalpad) und Intermetatarsaler Abstützung zum Einsatz. Sie spreizen die Mittelfußköpfchen und entlasten den komprimierten Nerv.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 08
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Ein Morton-Neurom ist eine Verdickung (Fibrose) eines Zwischenzehennerven, meist zwischen dem 3. und 4. Mittelfußknochen. Enger Schuhwerk und Spreizfuß begünstigen die Nervenkompression. Typisch sind einschießende, elektrisierende Schmerzen im Vorfuß.

ICD-10
G57.6
Läsion des N. plantaris (Morton-Metatarsalgie)
Lokalisation
Meist 3.–4. Intermetatarsalraum
Seltener 2.–3. Intermetatarsalraum
Therapieziel
Nervdekompression & Spreizung der MFK
Konservativ bei frühem Stadium
02

Passende Einlagen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Einlagentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseEinlagentypWirkungTragezeit
KonservativButterfly-Pelotte (Metatarsalpad)Spreizung der Metatarsalköpfchen, Druckentlastung des komprimierten Nervs.Ganztags in weiten Schuhen
AkutVorfußweichbettung mit FreistellungGezielte Hohllegung im Bereich des Neuroms, maximale Druckentlastung.Ganztags, 6–8 h
PostoperativBettungseinlage mit VorfußpolsterungSchutz des operierten Bereichs, druckfreie Lagerung.Dauerhaft nach OP

Einlagenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Einlage

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Orthopäd:in untersucht den Vorfuß (Mulder-Click-Test) und bestätigt per Ultraschall oder MRT.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 G57.6 und HMV-Nummer (PG 08).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Fußvermessung, Auswahl der Pelottenform und Beratung zur Schuhweite.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Fertigung & Anpassung

    Individuelle Einlage mit Butterfly-Pelotte wird gefertigt und im Schuh kontrolliert.

    5 – 10 Werktage
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Beschwerdeverlauf und Pelottenposition prüfen.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Weite Schuhe tragen

Schuhe mit breiter Zehenbox wählen, damit die Metatarsalköpfchen nicht zusammengedrückt werden.

Schnürung anpassen

Schuhe im Vorfußbereich locker schnüren, um den Druck auf den Nerv zu minimieren.

Absätze vermeiden

Absätze über 3 cm verlagern das Gewicht auf den Vorfuß und verstärken die Nervenkompression.

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Häufige Fragen

Kann ein Morton-Neurom ohne OP heilen?

Im Frühstadium kann eine konservative Therapie (Einlagen, weite Schuhe, ggf. Infiltration) die Beschwerden deutlich lindern. Bei fortgeschrittenem Stadium oder therapieresistenten Schmerzen wird eine OP erwogen.

Welche Einlage hilft bei Morton-Neurom?

Eine Einlage mit Butterfly-Pelotte (Metatarsalpad), die die Mittelfußköpfchen spreizt und den Druck auf den betroffenen Nerv reduziert. Zusätzlich kann eine gezielte Freistellung (Hohllegung) am Neurom helfen.

Wie fühlt sich ein Morton-Neurom an?

Typisch sind einschießende, elektrisierende Schmerzen im Vorfuß, oft zwischen dem 3. und 4. Zeh. Das Gefühl wird als "Stein im Schuh" beschrieben. Taubheitsgefühl in den benachbarten Zehen ist ebenfalls häufig.

Bezahlt die Kasse Einlagen bei Morton-Neurom?

Ja, bei ärztlicher Verordnung übernimmt die GKV die Kosten als Regelversorgung abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung.

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