Indikations-Match · Vorfuß

Metatarsalgie — welche Einlage?

Bei Metatarsalgie sorgen Einlagen mit Pelotte und Vorfußweichbettung für Druckentlastung unter den Mittelfußköpfchen. Welche Einlagentypen eingesetzt werden und was Patient:innen beachten sollten.

ICD-10: M77.4 (Metatarsalgie) PG: PG 08 · Einlagen Lesezeit: ca. 6 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei Metatarsalgie kommen Einlagen mit retrocapitaler Pelotte und Vorfußweichbettung zum Einsatz. Sie heben das Quergewölbe an und verteilen den Druck unter den Metatarsalköpfchen gleichmäßig.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 08
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Die Diagnose — kurz erklärt

Metatarsalgie bezeichnet Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen (Metatarsalia II–V). Die Ursache ist meist eine Überlastung durch abgesunkenes Quergewölbe (Spreizfuß), Hammerzehen oder falsche Schuhe. Typisch sind brennende Schmerzen beim Gehen und Stehen.

ICD-10
M77.4
Metatarsalgie
Schmerzlokalisation
Unter den Köpfchen MFK II–IV
Oft beidseitig
Therapieziel
Druckumverteilung & Quergewölbeanhebung
Pelotte + Weichbettung + Schuhberatung
Prognose
Sehr gut bei Einlagenversorgung
Konservativ in >90 % der Fälle erfolgreich
02

Passende Einlagen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Einlagentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseEinlagentypWirkungTragezeit
AkutVorfußweichbettung mit SpreizfußpelotteSofortige Druckentlastung der Metatarsalköpfchen, weiche Lagerung.Ganztags, 6–8 h
DauerhaftKorrektureinlage mit retrocapitaler PelotteAnhebung des Quergewölbes, Umverteilung des Drucks auf die Schaftbereiche.Dauerhaft in allen Schuhen
SportSporteinlage mit dünner QuergewölbestützeSchutz des Vorfußes bei sportlicher Belastung.Während des Sports

Einlagenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Einlage

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Orthopäd:in untersucht den Vorfuß, ggf. mit Röntgen und Pedografie.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 M77.4 und HMV-Nummer (PG 08).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Fußvermessung und Trittschaum-Abdruck, Auswahl der Pelottenform.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Fertigung & Anpassung

    Individuelle Einlage wird gefertigt, Pelottenposition im Schuh kontrolliert.

    5 – 10 Werktage
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Druckverteilung prüfen, ggf. Pelottenhöhe anpassen.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Weiche Sohlen wählen

Schuhe mit weicher, flexibler Sohle entlasten den Vorfuß zusätzlich zur Einlage.

Hohe Absätze vermeiden

Absätze verlagern das Körpergewicht auf den Vorfuß und verstärken die Metatarsalgie.

Regelmäßig entlasten

Bei Stehberufen zwischendurch setzen und die Füße hochlegen. Ein Igelball unter dem Vorfuß kann lockern.

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Häufige Fragen

Was ist eine Metatarsalgie genau?

Metatarsalgie ist der medizinische Begriff für Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen. Es handelt sich um ein Symptom, nicht um eine eigenständige Erkrankung — die Ursache ist meist ein abgesunkenes Quergewölbe.

Welche Einlage hilft bei Metatarsalgie am besten?

Eine Korrektureinlage mit retrocapitaler Pelotte hebt das Quergewölbe an und verteilt den Druck. Bei starken Schmerzen wird zusätzlich eine Weichbettung eingesetzt.

Wie lange dauert es, bis Einlagen bei Metatarsalgie helfen?

Viele Patient:innen spüren bereits nach wenigen Tagen eine Erleichterung. Die volle Wirkung entfaltet sich nach 2–4 Wochen, wenn sich der Fuß an die veränderte Druckverteilung gewöhnt hat.

Muss ich die Einlagen dauerhaft tragen?

Bei einem bestehenden Spreizfuß ist eine dauerhafte Versorgung empfehlenswert. Die Einlagen können alle 6–12 Monate erneuert werden.

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