Bei Metatarsalgie kommen Einlagen mit retrocapitaler Pelotte und Vorfußweichbettung zum Einsatz. Sie heben das Quergewölbe an und verteilen den Druck unter den Metatarsalköpfchen gleichmäßig.
Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 08Die Diagnose — kurz erklärt
Metatarsalgie bezeichnet Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen (Metatarsalia II–V). Die Ursache ist meist eine Überlastung durch abgesunkenes Quergewölbe (Spreizfuß), Hammerzehen oder falsche Schuhe. Typisch sind brennende Schmerzen beim Gehen und Stehen.
Passende Einlagen
Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Einlagentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.
| Phase | Einlagentyp | Wirkung | Tragezeit |
|---|---|---|---|
| Akut | Vorfußweichbettung mit Spreizfußpelotte | Sofortige Druckentlastung der Metatarsalköpfchen, weiche Lagerung. | Ganztags, 6–8 h |
| Dauerhaft | Korrektureinlage mit retrocapitaler Pelotte | Anhebung des Quergewölbes, Umverteilung des Drucks auf die Schaftbereiche. | Dauerhaft in allen Schuhen |
| Sport | Sporteinlage mit dünner Quergewölbestütze | Schutz des Vorfußes bei sportlicher Belastung. | Während des Sports |
Einlagenwahl bleibt ärztliche Entscheidung
Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.
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Versorgungsweg — von Diagnose bis Einlage
- 1
Ärztliche Diagnose
Orthopäd:in untersucht den Vorfuß, ggf. mit Röntgen und Pedografie.
1 Termin - 2
Rezept ausstellen
Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 M77.4 und HMV-Nummer (PG 08).
HMV-Nummer angeben - 3
Sanitätshaus aufsuchen
Fußvermessung und Trittschaum-Abdruck, Auswahl der Pelottenform.
30 – 45 Minuten - 4
Fertigung & Anpassung
Individuelle Einlage wird gefertigt, Pelottenposition im Schuh kontrolliert.
5 – 10 Werktage - 5
Nachkontrolle
Kontrolle nach 2–4 Wochen: Druckverteilung prüfen, ggf. Pelottenhöhe anpassen.
1 Termin
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Tipps für Patient:innen
Weiche Sohlen wählen
Schuhe mit weicher, flexibler Sohle entlasten den Vorfuß zusätzlich zur Einlage.
Hohe Absätze vermeiden
Absätze verlagern das Körpergewicht auf den Vorfuß und verstärken die Metatarsalgie.
Regelmäßig entlasten
Bei Stehberufen zwischendurch setzen und die Füße hochlegen. Ein Igelball unter dem Vorfuß kann lockern.
Häufige Fragen
Was ist eine Metatarsalgie genau?
Metatarsalgie ist der medizinische Begriff für Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen. Es handelt sich um ein Symptom, nicht um eine eigenständige Erkrankung — die Ursache ist meist ein abgesunkenes Quergewölbe.
Welche Einlage hilft bei Metatarsalgie am besten?
Eine Korrektureinlage mit retrocapitaler Pelotte hebt das Quergewölbe an und verteilt den Druck. Bei starken Schmerzen wird zusätzlich eine Weichbettung eingesetzt.
Wie lange dauert es, bis Einlagen bei Metatarsalgie helfen?
Viele Patient:innen spüren bereits nach wenigen Tagen eine Erleichterung. Die volle Wirkung entfaltet sich nach 2–4 Wochen, wenn sich der Fuß an die veränderte Druckverteilung gewöhnt hat.
Muss ich die Einlagen dauerhaft tragen?
Bei einem bestehenden Spreizfuß ist eine dauerhafte Versorgung empfehlenswert. Die Einlagen können alle 6–12 Monate erneuert werden.