Indikations-Match · Ferse

Plantarfasziitis — welche Einlage?

Bei Plantarfasziitis sorgt eine Einlage mit Längsgewölbestütze und Fersendämpfung für Entlastung der entzündeten Sehnenplatte. Welche Einlagentypen infrage kommen und wie der Versorgungsweg aussieht.

ICD-10: M72.2 (Plantarfasziitis) PG: PG 08 · Einlagen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei Plantarfasziitis kommen Einlagen mit Längsgewölbestütze und viskoelastischer Fersendämpfung zum Einsatz. Sie reduzieren den Zug auf die entzündete Plantarfaszie und dämpfen die Auftrittskräfte im Fersenbereich.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 08
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Die Diagnose — kurz erklärt

Plantarfasziitis ist eine Entzündung der Plantarfaszie — der Sehnenplatte, die vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken verläuft. Sie äußert sich durch belastungsabhängige Schmerzen unter der Ferse und dem Fußgewölbe, vor allem beim Anlaufen nach Ruhephasen.

ICD-10
M72.2
Fibromatose der Plantarfaszie
Risikofaktoren
Übergewicht, Stehberufe, Laufsport
Häufig zwischen 40 und 60 Jahren
Therapieziel
Zugentlastung & Entzündungskontrolle
Konservativ in 80–90 % der Fälle erfolgreich
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Passende Einlagen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Einlagentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseEinlagentypWirkungTragezeit
AkutphaseFersenweichbettung mit LängsgewölbestützeSofortige Zugentlastung der Plantarfaszie und Dämpfung der Auftrittskräfte.Ganztags, 6–8 h
StabilisierungKorrektureinlage mit medialer ErhöhungAnhebung des Längsgewölbes und biomechanische Korrektur der Fußstatik.Dauerhaft in geschlossenen Schuhen
NachtversorgungNachtschiene (Strassburg-Socke)Dehnung der Plantarfaszie über Nacht, reduziert Anlaufschmerz am Morgen.Über Nacht, 6–8 h
PräventionSporteinlage mit FersendämpfungSchutz vor Rezidiv bei Wiederaufnahme sportlicher Belastung.Während sportlicher Aktivität

Einlagenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Einlage

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Orthopäd:in untersucht den Fuß, ggf. mit Ultraschall oder MRT, und stellt die Diagnose Plantarfasziitis.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 M72.2 und HMV-Nummer (PG 08).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Fußabdruck per Trittschaum oder Scanner. Beratung zu Einlagentyp und Kombination mit Dehnübungen.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Fertigung & Anpassung

    Individuelle Einlage mit Längsgewölbestütze wird gefertigt und im Schuh angepasst.

    5 – 10 Werktage
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Beschwerdeverlauf, Passform und ggf. Nachjustierung.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Morgens nicht barfuß auftreten

Direkt nach dem Aufstehen Schuhe mit Einlage anziehen — die ersten Schritte barfuß belasten die entzündete Faszie am stärksten.

Regelmäßig dehnen

Wadenmuskulatur und Plantarfaszie morgens und abends je 2–3 Minuten dehnen. Faszienball unter dem Fuß rollen hilft zusätzlich.

Kühlen nach Belastung

Nach längerem Gehen oder Stehen eine gefüllte Wasserflasche aus dem Kühlschrank unter dem Fuß rollen (5–10 Minuten).

Geduld mitbringen

Plantarfasziitis heilt langsam. Die volle Wirkung der Einlage zeigt sich oft erst nach 6–8 Wochen konsequentem Tragen.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Plantarfasziitis und Fersensporn?

Plantarfasziitis ist die Entzündung der Sehnenplatte unter dem Fuß. Ein Fersensporn ist eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein, die als Folge der chronischen Reizung entstehen kann. Beide Diagnosen werden mit ähnlichen Einlagen behandelt.

Welche Einlage hilft bei Plantarfasziitis am besten?

Eine Korrektureinlage mit Längsgewölbestütze und viskoelastischer Fersendämpfung. Die Gewölbestütze reduziert den Zug auf die Faszie, die Dämpfung mindert den Aufprallschmerz.

Kann Plantarfasziitis chronisch werden?

Ja, ohne Behandlung kann die Entzündung chronifizieren. Einlagen, Dehnübungen und ggf. Stoßwellentherapie verhindern in den meisten Fällen eine Chronifizierung.

Hilft eine Nachtschiene bei Plantarfasziitis?

Ja, Nachtschienen (z. B. Strassburg-Socke) halten die Plantarfaszie über Nacht in gedehnter Position und reduzieren den typischen Anlaufschmerz am Morgen deutlich.

Wie lange dauert die Heilung bei Plantarfasziitis?

Bei konsequenter Therapie (Einlagen + Dehnung) bessern sich die Beschwerden in 6–12 Wochen. Eine vollständige Heilung kann 6–12 Monate dauern.

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