Indikations-Match · Ferse

Achillodynie — Einlage und Versorgung

Bei Achillodynie entlastet eine Einlage mit Fersenerhöhung und Dämpfung die gereizte Achillessehne. Welche Einlagentypen eingesetzt werden, wie der Versorgungsweg abläuft und was Patient:innen beachten sollten.

ICD-10: M76.6 (Achillodynie) PG: PG 08 · Einlagen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Bei Achillodynie kommen Einlagen mit Fersenerhöhung (5–15 mm) und viskoelastischer Dämpfung zum Einsatz. Sie verkürzen den Hebelarm der Achillessehne und reduzieren die Zugbelastung bei jedem Schritt.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 08
01

Die Diagnose — kurz erklärt

Achillodynie bezeichnet ein Schmerzsyndrom an der Achillessehne, meist im mittleren Sehnenabschnitt (Midportion-Tendinopathie) oder am Ansatz am Fersenbein (Insertionstendinopathie). Ursache ist häufig eine Überlastung durch Sport, Fehlstatik oder verkürzte Wadenmuskulatur.

ICD-10
M76.6
Enthesopathie der Achillessehne
Lokalisation
Midportion oder Insertion
2–6 cm über Fersenbein bzw. direkt am Ansatz
Therapieziel
Zugentlastung & Schmerzreduktion
Fersenerhöhung + exzentrisches Training
02

Passende Einlagen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Einlagentypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseEinlagentypWirkungTragezeit
AkutphaseFersenkeil / Fersenerhöhung (10–15 mm)Sofortige Entlastung der Achillessehne durch Verkürzung des Hebelarms.Ganztags, beidseits tragen
StabilisierungKorrektureinlage mit Rückfußstütze und DämpfungBiomechanische Korrektur der Beinachse, Dämpfung der Auftrittskräfte.Dauerhaft in geschlossenen Schuhen
SportSporteinlage mit Fersendämpfung und PronationskontrolleSchutz der Sehne bei sportlicher Belastung, Kontrolle der Fußachse.Während des Sports

Einlagenwahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Einlage

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Orthopäd:in oder Sportmediziner:in untersucht die Achillessehne klinisch und per Ultraschall.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10 M76.6 und HMV-Nummer (PG 08).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Fußvermessung, Bestimmung der benötigten Fersenerhöhung und Beratung zur Einlagenversorgung.

    30 – 45 Minuten
  4. 4

    Fertigung & Anpassung

    Einlage mit Fersenkeil wird individuell gefertigt und im Schuh angepasst.

    5 – 10 Werktage
  5. 5

    Nachkontrolle

    Kontrolle nach 2–4 Wochen: Fersenerhöhung ggf. schrittweise reduzieren bei Besserung.

    1 Termin
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Tipps für Patient:innen

Beidseits tragen

Fersenerhöhungen immer in beiden Schuhen verwenden, auch wenn nur eine Seite schmerzt — sonst entsteht eine Beinlängendifferenz.

Exzentrisches Training

Ergänzend zur Einlage exzentrische Wadenübungen (Alfredson-Protokoll) durchführen — nachweislich wirksam bei Achillodynie.

Fersenerhöhung schrittweise reduzieren

Nach Besserung die Erhöhung nicht abrupt entfernen, sondern schrittweise verringern (alle 2–4 Wochen um 2–3 mm).

Schuhe mit Sprengung wählen

Schuhe mit Absatz oder Sprengung (8–12 mm) entlasten die Achillessehne zusätzlich.

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Häufige Fragen

Welche Einlage hilft bei Achillessehnenschmerzen?

Eine Einlage mit Fersenerhöhung (5–15 mm) und viskoelastischer Dämpfung. Die Erhöhung verkürzt den Hebelarm der Sehne und reduziert den Zug bei jedem Schritt.

Wie hoch sollte die Fersenerhöhung bei Achillodynie sein?

Typisch sind 10–15 mm in der Akutphase. Die Höhe wird nach Besserung schrittweise reduziert. Die exakte Höhe bestimmt das Sanitätshaus nach der Fußvermessung.

Kann ich mit Achillodynie noch Sport treiben?

Leichtes Training ist oft möglich, Laufsport sollte pausiert werden. Exzentrisches Krafttraining der Wade ist sogar therapeutisch erwünscht. Sporteinlagen mit Fersendämpfung schützen bei Belastung.

Wie lange dauert die Heilung bei Achillodynie?

Bei konsequenter Therapie (Einlagen + exzentrisches Training) bessern sich die Beschwerden in 6–12 Wochen. Chronische Fälle können 3–6 Monate dauern.

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