Indikations-Match · Rumpf

Bauchbandage nach OP — welche Leibbandage?

Nach einer Bauchoperation stabilisiert eine Leibbandage die Bauchwand, lindert Schmerzen und beugt Narbenhernien vor.

ICD-10: T81.3 (Postoperative Bauchwandkomplikation) PG: PG 05 · Bandagen Lesezeit: ca. 7 Minuten Stand: Mai 2026
Kurzantwort

Nach einer Bauchoperation wird eine Leibbandage (Abdominalstütze) verordnet (HMV 05.11.01). Sie komprimiert die Bauchwand gleichmäßig, reduziert postoperative Schmerzen und beugt Narbenhernien vor. Tragezeit: 4 – 8 Wochen postoperativ.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis PG 05 · AWMF-Leitlinie Narbenhernie
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Die Diagnose — kurz erklärt

Nach Bauchoperationen (Laparotomie, Appendektomie, Kaiserschnitt) ist die Bauchwand geschwächt und die Narbe anfällig. Eine Leibbandage stützt, reduziert Belastungsschmerz und senkt das Hernienrisiko.

Indikation
Postoperativer Bauchwandschutz
Nach Laparotomie, laparoskopischen Eingriffen, Kaiserschnitt, Hernien-OP.
Wirkung
Kompression & Stützung
Gleichmäßiger Druck stabilisiert die Narbe und reduziert Wundspannung.
Prävention
Narbenhernie-Prophylaxe
10 – 15 % der Laparotomie-Patienten entwickeln eine Narbenhernie.
Dauer
4 – 8 Wochen postoperativ
Mindestens bis zur Narbenreifung; bei Risikopatienten länger.
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Passende Bandagen

Die Auswahl richtet sich nach der Therapie-Phase. In jeder Phase gibt es Kassen-übliche Bandagetypen mit definierter Wirkung und Tragezeit.

PhaseBandagetypWirkungTragezeit
Direkt postoperativPostoperative LeibbandageWund- und Nahtschutz, Schmerzreduktion.Ganztags
Mobilisation (Wo. 1 – 4)Elastische AbdominalstützeStützung bei Aufstehen und Gehen, Hustenunterstützung.Tagsüber
Hernienprophylaxe (Wo. 4 – 8)Leichte KompressionsbandageSchutz der Narbe bei zunehmender Belastung.Bei Belastung
Rippenprellung / ThoraxRippengürtelKompression und Schmerzlinderung bei Rippenverletzungen.2 – 4 Wochen

Bandagewahl bleibt ärztliche Entscheidung

Die Tabelle zeigt typische Versorgungsmuster. Die konkrete Auswahl trifft die behandelnde Ärzt:in in Abstimmung mit der Operateurin oder Physiotherapeut:in.

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Versorgungsweg — von Diagnose bis Bandage

  1. 1

    Ärztliche Diagnose

    Fachärzt:in stellt die Diagnose und verordnet die Bandage.

    1 Termin
  2. 2

    Rezept ausstellen

    Verordnung per Muster-16-Rezept mit ICD-10-Code und HMV-Nummer (PG 05).

    HMV-Nummer angeben
  3. 3

    Sanitätshaus aufsuchen

    Mit Rezept zum Sanitätshaus: Beratung, Vermessung und Auswahl der passenden Bandage.

    20 – 30 Minuten
  4. 4

    Anpassung & Einweisung

    Bandage wird angemessen, Sitz kontrolliert und Patient:in in An- und Ablegen eingewiesen.

    15 – 20 Minuten
  5. 5

    Abgabe & Abrechnung

    Abgabe gegen Unterschrift. Das Sanitätshaus rechnet direkt mit der Krankenkasse ab; Patient:in zahlt die gesetzliche Zuzahlung (5 – 10 €).

    Direktabrechnung
  6. 6

    Nachkontrolle

    Kontrolltermin nach 2 – 4 Wochen: Sitz prüfen, Tragekomfort bewerten, ggf. Größe korrigieren.

    Im Sanitätshaus
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Tipps für Patient:innen

Beim Husten und Niesen gegenstützen

Bandage komprimiert, aber zusätzlich mit den Händen die Naht stützen — reduziert Belastungsspitzen.

Schrittweise Belastung aufbauen

Erst Spazieren, dann leichte Gymnastik. Schweres Heben (> 5 kg) erst nach ärztlicher Freigabe.

Bandage nicht zu eng tragen

Zu starke Kompression behindert Atmung und Durchblutung. Die Bandage soll stützen, nicht einschnüren.

Narbe pflegen

Bandage schützt die Narbe; nach Abnahme sanftes Narbenmassage mit Öl.

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Häufige Fragen

Wie lange brauche ich eine Leibbandage nach der OP?

In der Regel 4 – 8 Wochen. Bei Risikopatienten (Adipositas, Diabetes, große Schnitte) ggf. länger.

Kann ich mit der Leibbandage duschen?

Die Bandage zum Duschen ablegen, danach trockene Haut und frische Bandage anlegen. Einige Modelle sind wasserfest.

Zahlt die Kasse die Leibbandage?

Ja, bei ärztlicher Verordnung. Leibbandagen sind Hilfsmittel der PG 05 und werden von der GKV übernommen.

Brauche ich nach einem Kaiserschnitt eine Bandage?

Empfohlen, aber nicht zwingend. Eine Leibbandage reduziert Wundschmerz und erleichtert die Mobilisation in den ersten Wochen.

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