Produktart-Guide · Handgelenk

Handgelenkbandagen im Sanitätshaus — Ratgeber & Übersicht

Überblick über Typen, Indikationen, den Versorgungsweg und die Abrechnung von Handgelenkbandagen — strukturiert für Patienten und Fachpersonal im Sanitätshaus.

Produktgruppe: PG 05 · Bandagen Lesezeit: ca. 9 Minuten Stand: Mai 2026 Zielgruppe: Fachpersonal & Patient:innen
Kurzantwort

Eine Handgelenkbandage entlastet und stabilisiert das Handgelenk durch Kompression oder integrierte Schienen — insbesondere bei Sehnenscheidenentzündung, Karpaltunnelsyndrom (CTS) oder Rhizarthrose.

Die Verordnung erfolgt per Muster-16-Rezept unter den HMV-Produktgruppen 05.07.01 (ohne Schiene) bzw. 05.07.02 (mit Schiene). Die Krankenkasse übernimmt die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung.

Quelle: GKV-Hilfsmittelverzeichnis, PG 05 · § 139 SGB V · Stand 04/2026
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Typen von Handgelenkbandagen im Überblick

Handgelenkbandagen werden nach ihrer Wirkungsweise unterschieden. Entscheidend für die Auswahl sind Indikation, Heilungsphase und das gewünschte Aktivitätsniveau.

TypWirkungTypische IndikationHMV-Untergruppe
Kompressionsbandage
Elastischer Gestrickkörper ohne Schiene
Leichte Kompression, Wärme und propriozeptive Stimulation; volle Beweglichkeit.Leichte Reizzustände, Schwellungen, Prävention05.07.01
Stabilbandage (mit Schiene)
Gestrickkörper mit palmarer Aluminiumschiene
Teilimmobilisation des Handgelenks in leichter Dorsalextension; Entlastung der Sehnen und des Nervus medianus.CTS, Sehnenscheidenentzündung, postoperativ05.07.02
Daumenbandage (Rhizarthrose)
Gestrickkörper mit Daumeneinschluss und Sattelgelenkstabilisierung
Stabilisierung des Daumensattelgelenks bei erhaltener Fingerbeweglichkeit.Rhizarthrose, Daumengelenkinstabilität, Skidaumen (konservativ)05.07.01
Aktivbandage
Anatomisches Gestrick mit Silikonpelotte und Handballenpolster
Intermittierende Kompression und Massage bei Bewegung; Schmerzlinderung bei Belastung.Belastungsabhängige Beschwerden, Handgelenkarthrose05.07.01

Auszug. Vollständige Einordnung inkl. Herstellerartikel im GKV-Hilfsmittelverzeichnis.

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Aufbau und Wirkprinzip — Handgelenkbandage

Handgelenkbandagen: Mehrere funktionale Elemente erzeugen zusammen Kompression, Führung und Schutz.

Gestrickkörper

Anatomisch geformtes Kompressionsgestrick, das Handgelenk und distalen Unterarm umschließt. Dünnes, hautfreundliches Material für Tragekomfort unter Handschuhen.

Palmare Schiene

Herausnehmbare Aluminiumschiene auf der Handinnenseite stellt das Gelenk in leichter Dorsalextension (ca. 15 – 20°) ruhig und entlastet Sehnen und Nervus medianus.

Daumenstabilisierung

Bei Rhizarthrose-Bandagen umschließt ein separater Daumeneinschluss das CMC-I-Gelenk, ohne die Langfinger einzuschränken.

Ziel: Stabilisierung ohne Muskelabbau

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Häufige Indikationen

Die folgenden Diagnosen führen in der Praxis am häufigsten zu einer Verordnung. Die Auswahl des Bandagetyps hängt von Schweregrad, Heilungsphase und Aktivitätsniveau ab.

  • Karpaltunnelsyndrom (CTS)Stabilbandage mit Schiene, insbesondere nachts
  • SehnenscheidenentzündungStabilbandage mit Schiene zur Ruhigstellung
  • RhizarthroseDaumenbandage mit Sattelgelenkstabilisierung
  • HandgelenkarthroseKompressionsbandage oder Aktivbandage
  • Postoperativ (Handgelenk-OP)Stabilbandage nach ärztlicher Maßgabe
  • ÜberlastungssyndromeKompressions- oder Aktivbandage
  • Distorsion HandgelenkStabilbandage mit Schiene
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Versorgungsweg — von Rezept bis Anpassung

Der typische Weg vom ärztlichen Befund bis zur fertig angepassten Handgelenkbandage dauert in Deutschland zwischen 3 und 14 Tagen.

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    Diagnose und Verordnung

    Ärzt:in stellt die Indikation und verordnet die Bandage per Muster-16-Rezept mit 7-stelliger HMV-Nummer und Diagnose (ICD-10).

    Dauer: 1 Arztbesuch
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    Kostenvoranschlag & Genehmigung

    Das Sanitätshaus prüft die Verordnung und erstellt ggf. einen Kostenvoranschlag. Die meisten Bandagen sind nicht genehmigungspflichtig — die Versorgung kann direkt erfolgen.

    Dauer: 0 – 5 Tage
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    Anmessung im Sanitätshaus

    Fachpersonal misst die relevanten Körperumfänge an festgelegten Messpunkten und bestimmt die passende Bandagengröße und -variante.

    Dauer: 15 – 30 Minuten
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    Anprobe & Einweisung

    Kontrolle von Sitz, Kompression und Funktion. Patient:in erhält eine Einweisung in korrektes Anlegen, Tragedauer und Pflege der Bandage.

    Dauer: 15 – 20 Minuten
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    Abgabe & Abrechnung

    Abgabe gegen Unterschrift auf Empfangsbestätigung. Das Sanitätshaus rechnet die Leistung direkt mit der Krankenkasse ab; Patient:in zahlt die gesetzliche Zuzahlung (5 – 10 €, max. 10 % des Preises).

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    Kontrolltermin

    Ein Nachsorgetermin nach 2 – 4 Wochen prüft Passform und Tragekomfort. Bei Druckstellen, Hautreizungen oder verändertem Umfang wird nachjustiert oder eine neue Größe angepasst.

    Optional, aber empfohlen
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Abrechnung und Kosten

Grundlage jeder Abrechnung ist der Vertrag zwischen Leistungserbringer und Krankenkasse. Die folgenden Werte sind Orientierungswerte — verbindliche Preise ergeben sich aus den Kassenverträgen.

BandagetypHMV-Nr. (Beispiel)Richtwert GKVZuzahlungGenehmigungspflicht
Kompressionsbandage (ohne Schiene)05.07.01.000120 – 45 €5 – 10 €Nein
Stabilbandage (mit Schiene)05.07.02.000135 – 75 €5 – 10 €Nein
Daumenbandage05.07.01.100130 – 60 €5 – 10 €Nein

Hinweis zur Zuzahlungsbefreiung

Versicherte unter 18 Jahren, chronisch Kranke mit Befreiungsbescheid sowie Personen mit überschrittener Belastungsgrenze sind von der Zuzahlung befreit. Den Nachweis erbringt die Krankenkasse.

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Häufige Fragen

Soll ich die Handgelenkbandage auch nachts tragen?

Bei CTS wird das nächtliche Tragen ausdrücklich empfohlen, da die Symptome häufig nachts auftreten. Die Schiene verhindert eine starke Beugung im Schlaf und entlastet den Nervus medianus. Bei anderen Indikationen richtet sich die Tragezeit nach der ärztlichen Verordnung.

Kann ich mit einer Handgelenkbandage arbeiten?

Kompressionsbandagen ohne Schiene erlauben nahezu uneingeschränktes Arbeiten. Stabilbandagen mit Schiene eignen sich für leichte Bürotätigkeiten, schränken aber feinmotorische Arbeiten ein. Für manuelle Tätigkeiten kann eine schmalere Aktivbandage die bessere Wahl sein.

Was ist der Unterschied zwischen HMV 05.07.01 und 05.07.02?

05.07.01 umfasst Bandagen ohne Schiene (rein kompressiv oder mit Pelotten). 05.07.02 umfasst Bandagen mit Schiene, die das Handgelenk teilimmobilisieren. Die richtige Untergruppe bestimmt der Verordner auf dem Rezept.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja, bei ärztlicher Verordnung trägt die GKV die Kosten bis zum Vertragspreis. Patient:innen ab 18 Jahren zahlen die gesetzliche Zuzahlung von 5 – 10 € (max. 10 % des Preises). Mehrkosten für höherwertige Materialien müssen schriftlich vereinbart werden.

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